Sonntag, 12. Juli 2015

Sommer!

Es ist Sommer geworden und somit auch Erntezeit. Die beiden Tomatenpflanzen sind sehr kräftig geworden; ich bin gespannt, ob die Früchte überhaupt noch alle reif werden. Neulich habe ich auch den ersten Salat ernten können. Das selbstklebende Kupferband um den Kasten hält tatsächlich die Schnecken ab: eigentlich müsste man jede Pflanze in einen Topf setzen und den Topf mit Kupferband umwickeln! Ansonsten ist hier gerade nicht viel zu berichten: der Urlaub war nicht aktionsreich, sondern ruhig und erholsam. In den vergangenen Wochen habe ich viel Zeit mit Nachdenken verbracht und die ruhigen Urlaubstage waren mir auch willkommen. Nun genieße ich das gute Gefühl, mich sortiert zu haben, und die Gelassenheit, die damit einher geht, führt wiederum dazu, dass ich nicht so viel mitzuteilen habe. Aber insgesamt ist das ein durchaus angenehmer und auch sommerlicher Zustand.

Montag, 1. Juni 2015

Osterzgebirge: von Geising aus zur Kohlhaukuppe, Traugotthöhe und von Fürstenau über Gottgetreu zurück

Jetzt ist die beste Zeit zum Wandern! Und deshalb nutzen wir das Sonntags-Wetter für eine Wanderung im Osterzgebirge. Wir sind so gern hier unterwegs und brauchen mehrere Touren, um unsere Lieblingsorte aufzusuchen. Mit der Müglitztalbahn fahren wir von Heidenau aus nach Geising, gehen durch den Ort an der Eishalle vorbei Richtung Kohlhaukuppe und wählen den steilen Aufstieg an der Nordwestseite. Es wird bereits sommerlich warm, nur oben am Gipfel weht ein frischer Wind.

Vor uns sind schon Wanderer angekommen und kurz vor elf Uhr kommen immer mehr Leute nach oben, die in der Bergbaude einkehren möchten. Wir gehen bald weiter durch den Wald Richtung Silberstollen. Unterwegs sind wir zunächst auf einem Weg, der eher wie eine Schneise aussieht; später wird er breiter und uns kommen gelegentlich Moutainbiker entgegen. Wunderschön ist wieder das frische Grün überall.

Am Silberstollen gibt es leider nicht viel zu sehen: er ist verschlossen und nicht zugänglich. Aber man kann rasten und sich die schöne Landschaft ansehen. Nach kurzer Pause gehen wir weiter bergauf Richtung Fürstenau. Wenn man den Wald verlässt, hat man schon eine wunderbare Aussicht – und es wird noch besser. Es ist empfehlenswert, der Traugotthöhe, einem etwas unscheinbaren Gipfelchen, einen Besuch abzustatten. Es gibt einen ausgeschilderten Weg hinauf. Man hat herrliche Ausblicke weit ins Land, nach Geising, Altenberg, Fürstenau und auch nach Tschechien zum Mückenberg mit dem Mückentürmchen. Hier pausieren wir etwas länger. Gelegentlich finden Wanderer hinauf. Die Traugotthöhe zählt zu den 14 Achttausendern des Osterzgebirges und je bekannter diese werden, umso mehr Leute entdecken die Gipfelchen.

Wir verlassen unseren Aussichtsberg und gehen weiter ein Stück an dessen Südostseite entlang und dann nach Fürstenau hinein. Hier entschließen wir uns zu einem Abstecher in das Dorf Gottgetreu nahe der Grenze zu Tschechien, dem Heimatort meiner Schwiegermutter. Wir wandern entlang der Straße zwischen Fürstenau und Müglitztal dorthin. Sehenswert in Gottgetreu ist der Glockenturm.

Vom Oberdorf aus zweigen Waldwege ab nach Fürstenwalde und Fürstenau; wir biegen schließlich auf den Weg nach Fürstenau ein. Unser Plan ist, nach Löwenhain und von dort aus weiter nach Geising zu wandern. Das ist nicht ganz einfach, weil es keinen direkten gut markierten Weg bis dorthin gibt. Abschnittsweise wurden schon breite Wege angelegt, die aber nicht durchgehend verlaufen. An einer Kreuzung gehen wir nicht links herum wie ausgeschildert nach Fürstenau/Kirche, sondern unmarkiert rechts herum. Der Weg ist ein ganzes Stück neu und in sehr gutem Zustand. Es ist ziemlich einsam in dieser Gegend, was uns lieb ist. Nach einer Weile sehen wir sogar ein Reh mitten auf dem Weg. Leider entdeckt es uns, ehe ich ein gutes Foto von ihm machen kann, und flüchtet in den Wald.

Der breite Weg endet an einer Straße. Nur – welcher Straße? Es gibt einen alten, kaum noch erkennbaren Weg hangaufwärts auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. Wir sind ihn schon einmal gegangen, er führt in die richtige Richtung, hört aber irgendwann im Wald auf. Damals sind wir querfeldein nach Löwenhain gegangen. Heute haben wir keine Lust dazu und gehen an der Straße entlang, in der Hoffnung, dass diese ebenfalls nach Löwenhain führt. Leider tut sie das nicht und wir erkennen unseren Irrtum erst, als wir das Ortseingangsschild von Fürstenau lesen können. Das ärgert uns natürlich, denn zurück nach Fürstenau hätten wir auch einfacher gelangen können! Uns bleibt nichts weiter übrig, als geradeaus weiter zu gehen, bis kurz vor der Kirche die Straße nach Löwenhain abzweigt.

Mir wird klar, dass es knapp wird mit dem nächsten Zug. Wir gehen zügig durch Fürstenau hindurch, aber bald wird uns klar, dass wir den Zug nicht schaffen werden. Das ist uns bisher noch nie passiert, dass wir den 16.24 Uhr-Zug in Geising verpassen! Der nächste Zug nach Heidenau fährt zwei Stunden später. Und deshalb hören wir auf, uns zu beeilen, machen eine Kaffeepause an der nächsten Bank – wir sind inzwischen wieder auf den Weg an der Traugotthöhe vorbei nach Geising eingebogen – und genießen die Landschaft. Zwei Stunden geschenkte Zeit hier oben, darüber sollte man sich nicht ärgern!

Der Weg durch die Wiesen zurück nach Geising ist auch besonders schön: man geht direkt auf den Ort mit dem Geisingberg zu. Heute können wir gemütlich durch den ganzen Ort zum Bahnhof gehen. Das Berghotel Schellhas, wo wir gern noch eingekehrt wären, ist geschlossen – hoffentlich nicht für immer! Alternative ist der Bäcker am Bahnhof, der bis 18 Uhr geöffnet ist und immer noch eine gute Auswahl an Eis und Kuchen hat. Also gibt es Eis zur Erfrischung und zum Ausklang des Tages.

Vor ein, zwei Jahren noch hätte mich wohl der Ehrgeiz gepackt und wir hätten noch fünf Kilometer bis Altenberg drangehängt. Heute ist es uns wichtig, auch Zeit zum Ausruhen und Genießen zu haben. Lieber fahren wir das Stück mit dem Zug hinauf – eine wunderbare Strecke, die sich allein für die Ausblicke während des Fahrens lohnt – und bleiben gleich sitzen, bis es wieder hinunter ins Tal geht. So gemütlich, wie wir gedacht hatten, war die Tour durch den Umweg nicht geworden: 24 Kilometer waren es insgesamt bei 940 Höhenmetern Aufstieg und 980 Höhenmetern Abstieg.

Montag, 25. Mai 2015

Elbsandsteingebirge: Tour zum Teichstein

Wir beginnen unsere Tour am Stadtpark in Bad Schandau: hier, am Kurpark, fährt die Kirnitzschtalbahn ab, die uns bis zum Lichtenhainer Wasserfall bringt. Man kann diese Strecke auch wandern, aber das Kirnitzschtal zieht sich in die Länge und wenn man dann noch weitere Ziele ansteuert, kann man sich leicht überfordern. Zu Pfingsten und bei Wanderwetter sind wir freilich nicht die Einzigen, die diese Verbindung wählen: besonders an den nachfolgenden Haltestellen füllt sich die Bahn mit vielen Wanderern. Aber es kommen alle mit und das Zugpersonal ist freundlich und entgegenkommend.

Am Lichtenhainer Wasserfall ist Endstation. Wir steigen aus und reihen uns in die Schar der Wanderer ein, die den Wegmarkierungen hangaufwärts folgen. Unser Ziel ist die Neumannmühle. Bald können wir auf den Flößersteig einbiegen, der uns wieder ans Wasser hinunter führt, wo wir lange Zeit ganz allein unterwegs sind. Wir lieben den Flößersteig! Er ist ein sehr reizvoller Weg, auf dem man der Kirnitzsch immer wieder nahe kommt. Es gibt Abschnitte, da ist der Flößersteig breit und sehr bequem zu gehen, aber dann folgen wieder naturbelassene Abschnitte, wo man ein bisschen aufpassen muss, wohin man tritt. Da ist er mal felsig, mal schmal und abschüssig – definitiv nichts für Leute, die schlecht zu Fuß sind.

An der Neumannmühle habe ich erstmals Satellitenempfang und kann von da aus die Strecke aufzeichnen. Nachträglich erst erfahre ich, dass wir bis dorthin ca. sieben Kilometer unterwegs waren. Von der Neumannmühle aus wandern wir wenige hundert Meter an der Straße entlang zur Buschmühle. Hier wählen wir den Weg, der von der Buschmühle aus über einen relativ steilen, mit Steinplatten bedeckten Weg bergauf führt. Das Ziel unserer heutigen Wanderung ist der Teichstein (412 m).

Wir haben uns eine recht raffiniert klingende Tour aus einem sehr schönen Wanderblog herausgesucht. Ich habe meine Zweifel, ob wir den Weg genauso finden wie beschrieben, und überlasse es den Männern, mit der Beschreibung zurechtzukommen. Im Elbsandsteingebirge sind viele Wege aus Naturschutzgründen nicht mehr markiert, viele werden auch nicht mehr gepflegt. Grün gekennzeichnete Bergpfade, die technisch anspruchsvoller sind als die markierten Hauptwege, sind mitunter nicht so leicht zu finden; ebenso ist es mit den schwarz markierten Zustiegen zu den Kletterfelsen. Bei unserer Tour handelt es sich nicht um solch anspruchsvolle Wege, eher um Forstwege und Pfade. Ohne Markierungen ist es manchmal nicht so leicht, sich zu orientieren.

Bis zur zweiten Messstation, die links von uns im Wald auftaucht, kommen wir auch gut klar. Dann aber nehmen wir den falschen Abzweig: als sich vor einem Hochsitz der Weg gabelt, gehen wir links herum und wandern eine Runde, die uns ein ganzes Stück zurück bringt bis fast an den Ausgangspunkt. Noch einmal geht es bergauf, wieder kommen wir zur Messstation und gehen nun am Hochsitz rechts herum – eine andere Variante haben wir nicht. Dieser Weg führt uns tatsächlich zum Teichstein und ein ganzes Stück um ihn herum, bis wir an eine Wegkreuzung mit Hinweisschildern kommen, wo auch der Steig hinauf abzweigt. Kurz, teilweise steil und mit Ketten gesichert, führt er nach oben.

Bis zur Aussicht geht es noch ein ganzes Stück oben entlang in westlicher Richtung. Die Ausblicke vom Teichstein sind äußerst lohnend. Das scheint sich inzwischen auch herumgesprochen zu haben, denn wir sind keineswegs allein dort. Es ist auch möglich, von der Neumannmühle aus den breiten und bequemen Weg zum Zeughaus zu nehmen und von dort aus den Teichstein zu besteigen. Unsere Suche nach dem Bärenfang endet allerdings erfolglos irgendwo im Wald: wir sehen zwar den Weg zum Zeughaus, aber keinen Bärenfang, und gehen ein Stück querfeldein hinunter.

Am Zeughaus ergeben sich weitere Möglichkeiten. Da uns der Umweg den einen oder anderen Kilometer und auch ein paar zusätzliche Höhenmeter beschert hat, geben wir die ursprüngliche Idee auf, über den Großen Winterberg nach Schmilka zu wandern. Ein entscheidendes Argument dagegen ist auch die Tatsache, dass die Züge Richtung Schöna und zurück nur stündlich verkehren. Also wandern wir lieber auf dem breiten Weg Richtung Kirnitzschtal, wo die Bahn aller halben Stunden fährt. An der Neumannmühle angekommen, sind unsere Söhne dafür, mit dem Wanderbus abzukürzen, der dann auch pünktlich fünfzehn Minuten später eintrifft. Eine halbe Stunde später kommen wir wieder am Kurpark an. Diesen Bus, der zwischen Bad Schandau und Hinterhermsdorf verkehrt, werden wir sicher wieder einmal nutzen! Es gibt so viele schöne Tourenmöglichkeiten rund ums Kirnitzschtal. Nach einer ausgiebigen Kaffeepause im „Lindenhof“ entscheiden sich die jungen Leute, im Hotel auszuruhen, während die beiden Alten nochmal losgehen. Christian und ich möchten zur Rathmannsdorfer Höhe, aber als wir den Aufstieg zur Schlossbastei entdecken, ändern wir spontan unseren Plan und gehen am Hang treppauf. Dieser kleine Abstecher zur Ruine ist durchaus zu empfehlen! Man kann sogar den Turm besteigen. Wir gehen von dort aus geradeaus weiter und an einer Kleingartenanlage vorbei, in der Hoffnung, einen Abzweig nach Rathmannsdorf zu finden. Eine Möglichkeit bietet sich an: es geht blau-weiß markiert Richtung Altendorf und weiter nach Goßdorf-Kohlmühle – eine Strecke, die wir schon gewandert sind. Irgendwo muss, der Beschilderung nach, auch ein Weg nach Rathmannsdorf sein. Also gehen wir noch ein Stück, überqueren zunächst die Straße nach Altendorf und kommen an der Straße nach Goßdorf heraus. Hier müssen wir ein ganzes Stück am Straßenrand entlang gehen und entfernen uns immer weiter von Bad Schandau. Dann endlich kommt der Abweig nach Rathmannsdorf, eindeutig gekennzeichnet mit einem Hinweisschild „zum Turm“. Wir gehen wieder am Straßenrand bis in den Ort hinein, um den Panoramaweg zu treffen. Hier oben auf der Höhe ist die Aussicht überwältigend; das Wetter ist auch weniger unbeständig als am Vormittag. Den Aussichtsturm besteigen wir jedoch nicht, sondern wandern zurück nach Bad Schandau, um zur verabredeten Zeit wieder im Hotel zu sein. Wir Älteren haben insgesamt 26 Kilometer zurückgelegt bei 1.270 Höhenmetern Anstieg und 1.459 Höhenmetern Abstieg. Unsere Söhne waren auch knapp 20 Kilometer unterwegs gewesen.

Samstag, 16. Mai 2015

Osterzgebirgstour: Geisingberg – Sachsenhöhe – Löwenhainer Höhe – Kohlhaukuppe

Das Osterzgebirge ist eine unserer Lieblingsgegenden, und eigentlich wären wir gern regelmäßig dort. Aber oft spielt das Wetter nicht mit, mal hat man anderes vor, mal gar keine Zeit oder keine Energie für solch eine Tour.

Als wir neulich mit dem Zug aus dem Wien-Urlaub zurückkamen, fuhren wir auch durch Heidenau und sahen natürlich – wie immer – sehnsüchtig zum Gleis am anderen Ende des Bahnhofs, wo immer der Zug nach Altenberg abfährt. Und fast gleichzeitig meinten wir: es wird mal wieder Zeit für eine Tour ins Erzgebirge.

Heute ist es nun so weit: wir nehmen den 7.41-Uhr-Bus von Dresden Hauptbahnhof aus nach Altenberg und sind kurz vor neun Uhr dort. Unser erstes Ziel ist der Geisingberg (824 m). Von Altenberg sieht er nicht so markant aus wie oft geschildert, aber von Geising wirkt er schon imposanter. Wir wandern zunächst an der Pinge vorbei und treffen später den blau-weiß markierten Kammweg, dem wir bis zum Gipfel folgen. Wir sind etwa 30 Minuten bis oben unterwegs. Anstrengend ist das noch nicht – Altenberg liegt ja bereits 750 Meter hoch. Von Geising aus (600 Meter) sind es ein paar Höhenmeter mehr: der Kammweg, der in Geising beginnt, ist sehr schön und absolut empfehlenswert.

Im Osterzgebirge braucht man, um sich anzustrengen, einige Kilometer und idealerweise noch ein, zwei Anstiege. Es geht uns heute gar nicht so sehr um den Gipfel: wir waren gekommen, um an den Wiesen an der Nordostseite des Geisingberges entlang zu wandern. Diese Bergwiesen stehen unter Naturschutz und es sind seltene Pflanzen dort zu finden. (Auf der verlinkten Seite gibt es wunderschöne Panoramafotos, sogar mit Ton – mehr Einladung zum Wandern geht nicht!).

Der mit einem grünen Punkt markierte Weg vom Gipfel nach Bärenstein führt an diesen Wiesen vorbei und ist zu allen Jahreszeiten empfehlenswert. Im Frühsommer finde ich die Wiesen und die Gegend fast am schönsten. Als Städter kann man sich nie satt sehen an all dem Grün, aber hier oben kann man sich schon ziemlich gut sättigen! In der Baude am Geisingberg ist man uns freundlicherweise mit Tipps und einem Flyer behilflich: in zwei bis drei Wochen, heißt es, würde die Wanderung noch lohnender sein. Vielleicht kommen wir dann nochmal… aber auch heute ist die Stimmung schon sehr schön: das intensive Grün der Wiesen, der blühende Löwenzahn, und an einigen Stellen blüht schon das Knabenkraut! Wir wandern nicht bis nach Bärenstein, sondern nur bis zur Sachsenhöhe (632 m). Auf dem Wanderweg gelangen wir nicht bis an den höchsten Punkt, sondern biegen auf einen als Reitweg gekennzeichneten Weg ein, wo sich später auch eine grüne und eine gelbe Markierung zeigen. Hier an der Sachsenhöhe gibt es viele eingezäunte, eingestürzte Stollen – man sollte also nicht von den Wegen abweichen. Wir erinnern uns, schon einmal hier herumgeirrt zu sein; einen deutlichen Weg nach Lauenstein fanden wir damals nicht und gingen zum Schluss ein Stück querfeldein talwärts. Hier scheint sich einiges verändert zu haben: alte Wege sind zwar noch zu erkennen, aber offensichtlich aufgegeben, neue wurden angelegt. Wir gelangen auf eine Bergwiese nördlich von Lauenstein und von dort aus geht es rot markiert entlang bis zum Bahnhof: sehr hübsch, dieser Weg am Hang entlang.

In Lauenstein gehen wir weiter bis zum historischen Marktplatz. Dieser macht – leider – derzeit einen etwas verschlafenen Eindruck. Das Schloss Lauenstein ist unbedingt einen Besuch wert – das machen wir auch mal wieder. Wir gehen noch ein Stück durch den Ort und folgen dem Wanderweg am Bad entlang zur Schäferei und weiter nach Geising. Man gelangt über die Löwenhainer Höhe dorthin, eine wunderschöne, ruhige, sehr „erzgebirgische“ Landschaft mit Wiesen, Steinrücken, Kuppen und Wald. Auch hier gibt es viele Pfade, alte und neue Wege, einige kennen wir, einige noch nicht, und am liebsten möchten wir alle ausprobieren! Vom Leitenweg aus wandern wir hinunter nach Geising. Hier könnten wir unsere Tour beenden und zum Bahnhof gehen, aber es ist noch zu früh am Tag, und wir möchten gern irgendwo einkehren und schön sitzen. Deshalb beschließen wir, zur Kohlhaukuppe (785 m) zu wandern. Von Geising aus ist man relativ schnell dort oben.

Die Kohlhaukuppe bietet eine gute Aussicht, sogar einen Turm, und eine kleine, gemütliche Bergbaude mit guter Küche. Normalerweise hätten uns die Knoblauchspezialitäten gereizt, aber es ist warm geworden, und da genügen Eis, Eiskaffee und kalte Getränke an einem aussichtsreichen Platz, von dem man die Bergarbeiter-Siedlung, weiter hinten Altenberg mit der Pinge und natürlich den Geisingberg sehen kann: so ist die Welt in Ordnung! Der Frühsommer ist doch eine wunderbare Zeit zum Wandern! Es gab Tage, an denen wir unbedingt viele Kilometer schaffen wollten, aber heute geht es uns immer mehr darum, während einer Tour auch inne zu halten und zu genießen. Wir gehen den „schwierigen“ Weg von der Kohlhaukuppe aus nach Geising, den man nicht wählen muss: es gibt mehrere Aufstiege auf diesen kleinen, netten Berg, fast alle – bis auf diesen Pfad an der Nordwestseite, sind kinderwagentauglich. Halbwegs geübte Wanderer mit passendem Schuhwerk brauchen sich vor dem „schwierigen“ Weg nicht fürchten: da lauern weder Abgründe noch Kletterstellen, er ist nur etwas buckelig und steiler als die anderen Aufstiege.

Geising ist ein wunderschöner Ort, wo sich ein Bummel lohnt. Vom Bahnhof aus fahren wir, die Tageskarte ausnutzend, zunächst bergauf nach Altenberg – absolut erlebenswert, wie der Zug den Geisingberg ein Stück umrundet. Nach einer kurzen Pause geht es wieder talwärts, entlang der Müglitz, bis nach Heidenau, wo man in die S-Bahn nach Dresden umsteigen kann. Eine schöne Tour war es, nicht zu knapp, nicht zu umfangreich: 19 Kilometer haben wir in sechseinhalb Stunden Gehzeit zurückgelegt, 928 Hm Anstieg, 1085 Hm Abstieg.

Sonntag, 10. Mai 2015

Seltene Blüten und Hochbeet

Wir hatten viele Jahre lang einen Gemüsegarten. Allmählich meldet sich die Lust aufs Nutzgärtnern zurück. Und bevor wir - vielleicht - einen passenden kleinen Garten finden, nutzen wir den vorhandenen Platz. Das Hochbeet passte gerade noch in den Hof hinein ;-) und ich kann es gar nicht erwarten, bis unsere beiden Tomatenpflanzen Früchte tragen. Freude macht mir auch der seit Jahren völlig unscheinbare Kaktus, den ich beinahe schon weggeworfen hätte. Die üppige Blüte dieser bescheidenen Pflanze ist schon etwas Besonderes. Und mit etwas Phantasie (das Foto ist leider nicht so gut) kann man die nächste Knospe erkennen.

Sonntag, 26. April 2015

Panoramaweg Struppen von Königstein aus

Der Panoramaweg Struppen ist eine Möglichkeit, sich den Tafelbergen des Elbsandsteingebirges auf weniger bekannte Weise zu nähern. Man geht am besten von Obervogelgesang aus auf die Berge zu. Dazu folgt man dem Malerweg (Aufstieg links hinter der Bahnunterführung) hinauf zur Königsnase, einem kleinen Aussichtspunkt oberhalb ehemaliger Steinbrüche. Von hier aus folgt man der grünen Wegmarkierung. Wir starten zu unserer Tour allerdings von Königstein aus. Hier könnte man der wirklich sehenswerten Festung einen Besuch abstatten. Wir entscheiden uns aber anders und folgen dem markierten Wanderweg zum Pfaffenstein. Noch im Ort Königstein zweigt rechts der sogenannte Quirlweg ab, dem man bis zum Wald folgt. Hier hat man die Möglichkeit, den Quirl auf einem rot markierten Weg zu umrunden. Wir entscheiden uns, weiter geradeaus zum Kanonenweg zu gehen. Der Kanonenweg befindet sich an der Südseite des Quirl, er ist ausgeschildert und kann kaum verfehlt werden. Über einen mäßigen Anstieg gelangt man auf das große Gipfelplateau des Tafelberges. Der Quirl ist relativ dicht bewaldet und nur an einigen Punkten sind Ausblicke in die Umgebung möglich. Er fasziniert mich, weil er weniger überlaufen ist als andere Steine im Elbsandsteingebirge: normalerweise ist es still dort oben und der Wald wirkt ein bisschen verwunschen. Leider ist der Wald durch gründlichen Holzschlag gelichtet worden; der Kanonenweg ist mit Wurzeln und Ästen teilweise bedeckt, von Schleifspuren beschädigt und man kann hoffen, dass die gröbsten Stolperstellen wieder entschärft werden. Mehrere Pfade verlaufen über den Quirl, und es gibt auch deutliche und weniger deutliche Auf- und Abstiege an der Nord- und Westseite. Ein Abstieg an der Nordseite ist auf unserer Wanderkarte noch gestrichelt gekennzeichnet; wir haben ihn auf einer anderen Tour vergebens gesucht. Vom Gipfel aus sind die Treppenstufen aber gut zu sehen, und wir verlassen an dieser Stelle das Plateau, um noch ein Stück auf dem roten Wanderweg um den Stein herum zu gehen. Wir müssen wieder den Quirlweg zurück nach Königstein nehmen, biegen dann oben im Ort links ab und folgen dem Rundweg Königstein, der von einem schönen kleinen Aussichtspunkt aus talwärts zur Kirche verläuft. Hinter der Kirche folgen wir dem blau-weiß markierten Weg zur Festung Königstein. Hier ist es ziemlich schwül; der Wetterumschwung macht sich bereits bemerkbar. Immer wieder steigt der Weg an, manchmal steiler, manchmal sanfter, bis man schließlich rechts oben die Festungsmauern erkennt. Man geht bis zum Busparkplatz unterhalb der Festung, von wo man aus entweder mit dem Fahrstuhl oder zu Fuß hinauf gelangt. Wir entscheiden uns, erst einmal Pause zu machen und uns am Imbiss mit Eiscafé zu stärken. Die Festung kennen wir bereits und so gehen wir rot-weiß markiert weiter Richtung Thürmsdorf. Auch diesen Weg kennen wir schon: wir sind ihn von Rathen aus zur Festung gegangen. Dieses Mal aber ist noch eine kleine Pause in Thürmsdorf geplant. Wir möchten nun endlich die Schokoladenmanufaktur am Schloss aufsuchen (Danke für den Tipp, Kathi!) und die köstliche Trinkschokolade probieren. Man sitzt dort bei schönem Wetter gut im Freien, aber auch drinnen ist eine Kaffeepause möglich. Die Manufaktur liegt direkt am Malerweg und ein Stopp ist sehr empfehlenswert. Nach unserer Pause geht es weiter zum Kleinen Bärenstein. Der Weg geht direkt hinter dem Schloss bergauf und führt zunächst durch einen hübschen Park. Wir folgen der rot-weißen Markierung bis zum Gipfel, wo man wiederum eine schöne Aussicht auf Königstein, Lilienstein und Pfaffenstein hat – sogar die etwas weiter entfernte Kaiserkrone ist zu sehen. Inzwischen ist es bewölkt und windig geworden. Der Kleine Bärenstein ist problemlos über Treppen und Stiegen zu erreichen. Der Aufstieg zum Großen Bärenstein soll anspruchsvoller sein – das probieren wir mal später. Weiter geht es auf einem Feldweg nach Naundorf. Im Ort biegen wir links zum Panaromaweg Richtung Obervogelgesang/Königsnase ab, der grün markiert ist und eigentlich nicht verfehlt werden kann. Es besteht auch die Möglichkeit, von Naundorf aus den Malerweg oberhalb der Steinbrüche zu gehen, den wir schon einmal verfehlt haben und unbedingt mal gehen möchten. Unser Weg ist aber auch interessant: er verläuft oben auf der Hochebene an Feldern entlang und man sieht gut den Königstein und die Bärensteine, später auch die Elbhänge mit dem Dresdner Fernsehturm. Interessant ist auch das Rittergut Struppen am Wegrand und ein Rastplatz mit einem Hinweis auf die Struppener Windmühle, die aber nicht mehr existiert. Der für mich schönste Wegabschnitt verläuft oben im Wald geradeaus Richtung Elbe und Könignase. Von der Könignase aus kann man schon den Bahnhof Obervogelgesang sehen. Zum Bahnsteig Richtung Dresden gelangt man vom gegenüberliegenden Gleis aus durch einen kleinen Tunnel – wir haben diesen Durchgang dort nicht vermutet und sind noch ein Stück außen herum Richtung Wehlen gegangen. Vom Elberadweg aus gibt es keinen direkten Zugang zum Bahnhof! Nun kennen wir sowohl den Panoramaweg als auch den Aufstieg zum Malerweg, denn dieser Wegabschnitt oberhalb des Steinbruches interessiert uns sehr und von der Königsnase aus kann man ihn nicht verfehlen. Leider kann ich keine Kilometerangabe liefern: bin zu einem frühen Zeitpunkt der Tour versehentlich auf die Stopp-Taste meiner GPS-Uhr gekommen. Wir waren auf dieser Strecke inklusive Pausen sieben Stunden unterwegs. Wir fanden die Tour angenehm zu gehen und nicht zu anstrengend, gut für den Beginn der Wandersaison.

Sonntag, 19. April 2015

Die Wildtulpen, die jetzt rund um unseren Teich blühen, gehören zu meinen Lieblingsblumen. Aber auch die Sumpfdotterblumen sind immer wieder schön, und dem aufmerksamen Betrachter fällt vielleicht der Waldmeister neben den roten Tulpen auf: es wird also bald wieder Maibowle geben!