Sonntag, 1. Januar 2017
Alte und neue Helden
Ich halte nicht viel von Remakes. Die meisten sehe ich mir gar nicht erst an. Und deswegen war ich genervt, als ich las, dass "Winnetou" neu verfilmt wird. Überflüssig, dachte ich. Die Kritiken, die vorab zu lesen waren, stimmten mich um und ich beschloss, mir die Filme anzusehen. Und ich gestehe: sie haben mich umgehauen. Im positiven Sinne.
Ich bin in der DDR aufgewachsen und kam relativ spät mit Karl-May-Büchern in Berührung. Freilich hatte ich meine Begeisterungsphase für Indianer, aber meine Helden hießen nicht Winnetou und Old Shatterhand, sondern Harka/Stein mit Hörnern/Tokei-ihto und Tecumseh. Ich sah sämtliche DEFA-Indianerfilme, deren Helden von Gojko Mitic verkörpert wurden. Meine Lieblingsbücher waren die sechs Bände "Die Söhne der Großen Bärin" von Liselotte Welskopf-Henrich und später "Der fliegende Pfeil" von Fritz Steuben. Letzteres Buch war ein Geschenk meiner Großeltern, die in der Bundesrepublik lebten. Erst, nachdem ich ziemlich viele Indianerbücher, auch Sachbücher, gelesen hatte und genügend Geduld mitbrachte (und die braucht man), wagte ich mich an Karl May. Karl May-Leser hatten mich gewarnt, dass die Bücher teilweise recht langatmig sind und man manche Passagen getrost überblättern kann. Man kann das tun, ich aber bin ein Fan epischer Werke und habe auch längere Landschaftsbeschreibungen und ausschweifende Betrachtungen des Autors gelesen.
Karl May muss man, meine ich, nicht unbedingt gelesen haben. Die Bücher von Liselotte Welskopf-Henrich kann ich aber jedem ans Herz legen. Als ich nach der Wende dann auch die Karl-May-Verfilmungen aus den 60er Jahren im Fernsehen sehen konnte, fand ich sie, naja, nicht schlecht, leichte Unterhaltung zwischen den Feiertagen. Meist wurden sie ja um Weihnachten herum gesendet. Ob es nun daran lag, dass ich mit diesen Filmen und den Karl-May-Geschichten nicht aufgewachsen war, oder schlicht und einfach daran, dass ich schon erwachsen war: wirklich fesseln konnten sie mich nicht.
Der neue "Winnetou"-Dreiteiler, der zwischen Weihnachten und Silvester gesendet wurde, ist spannend, unterhaltsam und durchaus gesellschaftskritisch - aber Letzteres bleibt im Rahmen, schließlich wollen die Filme nicht belehren. (Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich mag Belehrungen, Appelle, Ansprachen, Botschaften - und mögen sie noch so gut gemeint sein - einfach nicht mehr hören oder lesen.) Dass der Stoff sehr frei behandelt wurde, ist ein Zeichen von Qualität. Karl Mays humanistische, pazifistische Haltung, die es wert ist, vermittelt zu werden, durchdringt auch die modernen Filme. Entstanden ist ein moderner, packender, berührender Western - Unterhaltung vom Feinsten. Während der Winnetou Karl Mays sich nach meinem Empfinden sehr den "Weißen" angenähert hatte, ist es in den modernen Filmen anders. Nicht Winnetou passt sich seinem weißen Bruder Old Shatterhand an, sondern Shatterhand wird zum Apachen. Der neue Winnetou hat viel von Tecumseh, jenem Häuptling der Shawnee, dem es gelang, mehrere Indianerstämme im Kampf zu vereinen - einem Helden meiner Kindheit.
Samstag, 24. Dezember 2016
Besinnliche und erholsame Feiertage!
Sonntag, 18. Dezember 2016
Von der Lust, einen Weihnachtsbaum zu schmücken
Ich weiß, ich bin zu früh damit dran. Auch in meinem Elternhaus wurde der Weihnachtsbaum nach alter Tradition erst am 24.12. aufgestellt und geschmückt. Als wir Kinder noch kleiner waren, bekamen wir davon überhaupt nichts mit: die Stube, das Weihnachtszimmer, wurde schon vormittags verschlossen und unsere Aufregung stieg. Staunen und Freude waren groß, wenn sich die Tür am späten Nachmittag auftat und der geschmückte Baum im Kerzenlicht erstrahlte.
Die Dinge änderten sich, als wir zunehmend selbst an den Heimlichkeiten beteiligt waren. Manchmal war dann stundenweise das Kinderzimmer verschlossen. Wir bastelten gern, auch Baumschmuck, und irgendwann wurde uns das Schmücken des Baumes übertragen. Ich kann mich erinnern, dass ich diese Veränderung teils mit Neugier und Freude, aber auch mit Wehmut aufnahm. Hatten wir den Baum geschmückt, mussten wir das Weihnachtszimmer verlassen, so wie früher. Unsere nun elektrische Beleuchtung wurde erst am Abend eingeschaltet, und erst dann sahen wir den Baum in ganzer Pracht.
In meiner eigenen Familie habe ich es ein paar Jahre lang so beibehalten, und in jenen Jahren erlebte ich den üblichen Weihnachtsstress, den ich als Kind nicht hatte - den haben nur die Organisatoren, die Großen. Alles kam da zusammen: letzte Einkäufe, Heimlichkeiten, Aufregung der Kinder, Vorbereitungen in der Küche, das Aufstellen des Baumes - und die ersten Komplikationen, wenn der Baum noch zurecht gesägt werden musste oder nicht in den Weihnachtsbaumständer passen wollte. Wenn dann gar die Beleuchtung kaputt war oder die Lichterkette zu kurz und noch schnell Ersatz besorgt werden musste, war das Chaos perfekt und die Stimmung so, wie sie am Heiligen Abend nicht sein sollte.
Irgendwann war ich das alles leid und begann, den Baum vor Weihnachten aufzustellen und in Ruhe zu schmücken, meist an einem Abend, wenn die Kinder im Bett waren und alles andere erledigt. Lieber verzichtete ich auf die Tradition und hatte dafür Weihnachtsfrieden.
Nun sind die Kinder erwachsen und wir haben einige Jahre lang auf den Weihnachtsbaum verzichtet. Geschmückt haben wir dennoch: mit Tannengrün, Sternen an den Fenstern, unserer Weihnachtskrippe und dem Weihnachtsdorf aus beleuchteten Häusern. Neuerdings haben wir wieder einen Baum. Während er früher sehr bunt war, behängt mit allerlei selbst Gebasteltem, kann ich ihn nun etwas stilvoller schmücken. Ich liebe Baumkugeln, möglichst traditionell in Rot, manchmal ergänzt durch Silber oder ein wenig Gold, dazu das Grün der Tanne. Auch die Weihnachtsdekoration ist der Mode unterworfen. Nicht alles, was ich manchmal durchaus hübsch finde, möchte ich in meinen eigenen vier Wänden haben.
Heute war es wieder so weit. Es war noch dunkel und trüb draußen, als ich den Baum mit den beiden Lichterketten bestückte. Dann platzierte ich zuerst die dunkelroten Kugeln aus Glas, die edelsten, an den Zweigen. Es folgten vergoldete Zapfen, Glöckchen und Sterne. Dann verteilte ich die restlichen Kugeln: glitzernde, glänzende, matt glänzende, filigran durchbrochene, große und kleine. Das alles braucht seine Zeit, aber heute stand ohnehin nichts Anderes auf dem Programm. Manchmal tauschten zwei Kugeln ihre Plätze, matt tauschte mit glänzend oder groß mit klein. Schließlich wurde der Baum mit Lametta behängt. Ich muss kein Lametta am Baum haben, aber die Familie mag es. Weihnachten ist immer auch ein Fest der Kompromisse, wenn es friedlich bleiben soll. Und Freude möchte man auch haben: am Betrachten, aber auch am Schmücken. Die Lichter wollte ich nach der Beleuchtungsprobe schnell wieder ausschalten, aber mein Mann bat mich, sie noch ein Weilchen eingeschaltet zu lassen - zumindest bis nach dem Frühstück. Denn als Kind, erzählte er, durfte er schon morgens nicht in das Weihnachtszimmer und den Baum erst am Abend sehen.
Samstag, 26. November 2016
Eine schöne Adventszeit!
Im Adventskranz sind Zweige von unserer Tanne im Vorgarten und vom Ilex in unserem neuen Garten vereint.
Mittwoch, 16. November 2016
Bäume pflanzen (2)

Sonntag, 13. November 2016
Bäume pflanzen
Mittwoch, 26. Oktober 2016
Herbst im Osterzgebirge
Wir waren noch einmal - vermutlich das letzte Mal in diesem Jahr - in Geising im Osterzgebirge. Da unser Enkelsohn dabei war, haben wir nicht gerade Kilometer-Rekorde aufgestellt, er aber schon! Unsere gemeinsame Tour auf die Kohlhaukuppe war mit ca. sechs Kilometern eine richtig kleine Wanderung und gerade das, was man ihm schon zumuten konnte. Den steilen und direkten Aufstieg hat er mit etwas Unterstützung - er ging an Christians Hand - gut bewältigt. So hat er seinen vierten Geburtstag mit einer Gipfelbesteigung quasi vorab gefeiert, wie sich das gehört. Und obwohl die Wettervorhersage alles andere als rosig war, erlebten wir noch einige freundliche Herbstmomente.

