Sonntag, 25. Oktober 2015

Wanderung zu den Zschirnsteinen 24.-25.10.15

Eine Tour zum Kleinen und Großen Zschirnstein wollten wir schon längst einmal machen. An diesem Wochenende ist nun endlich gutes Wanderwetter. Allerdings sind die Zschirnsteine für eine Tagestour von der S-Bahn aus beinahe schon zu abgelegen. Im Sommer wäre das noch etwas Anderes, aber jetzt, im Herbst? So kommt uns die Idee, in der Zschirnsteinbaude zu übernachten und somit die Wanderung gemütlicher zu gestalten.

24.10.15: Wir fahren 13.13 Uhr mit der S-Bahn von Dresden-Trachau Richtung Elbsandsteingebirge und sind 14.16 Uhr in Krippen. Dort beginnt unsere Wanderung zur Zschirnsteinbaude. Wir wandern zuerst ins Ortszentrum hinein. Krippen ist ein schöner, malerischer Ort, von Bad Schandau nur durch die Elbe getrennt, ähnlich zentral, aber viel ruhiger. Wanderer, die mit dem Auto kommen, fahren die Straße durch den Krippengrund nach Kleingießhübel. Wer wie wir zu Fuß geht, nimmt am besten den rot markierten Weg zum Kohlbornstein. Man biegt an der Kleinhennersdorfer Straße rechts ab und geht dort ein Stück bergauf. Bald sieht man schon die Wanderwege und Markierungen. An einer Wegkreuzung allerdings ist die Ausschilderung nicht eindeutig: nur der Rundweg (um den Kohlbornstein) ist ausgeschildert. Wir wenden uns links herum und es dauert eine ganze Weile, bis wir den Aufstieg finden. Über einen Reitweg gelangen wir schließlich zum Weg, der beschildert ist und hinauf führt. Rechts herum wäre es wahrscheinlich kürzer gewesen. Der Aufstieg zum Kohlbornstein wurde kürzlich erneuert; man sieht noch die Spuren der Bauarbeiten und die alten Holzschwellen. Es ist von dort aus nicht mehr weit bis nach oben (372 m). Wir finden es ein wenig schade, dass man nur durch die Bäume lugen kann, um etwas Aussicht zu haben. In der Zschirnsteinbaude erfahren wir später, dass wir noch ca. 100 Meter nach rechts hätten gehen müssen; dort gibt es eine Aussichtsplattform mit einem schönen Blick auf Krippen. Also müssen wir dort noch einmal hin!

Auf dem gleichen Weg geht es wieder hinunter und wir folgen nun dem rot markierten Weg nach Kleingießhübel. Er führt unterhalb der Lasensteine durch den Wald und trifft kurz vor dem Ortseingang die Straße. Eine sehr schöne, ruhige Wandergegend ist das! An diesem wunderschönen, sonnigen Tag kommen uns nur auf dem Rundweg um den Kohlbornstein ein paar Spaziergänger entgegen. Auf dem restlichen Stück begegnen wir niemandem. In Kleingießhübel wenden wir uns bald nach links und gehen, der Ausschilderung folgend, an der Straße entlang in den oberen Teil des Ortes. Bald können wir unser morgiges Wanderziel, den Kleinen Zschirnstein, gut sehen. In der Zschirnsteinbaude machen wir eine kurze Pause und beziehen dann unser Zimmer. Natürlich lassen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen, in der Baude zu Abend zu essen – es gibt einfache, gute Hausmannskost, sehr empfehlenswert! Anschließend machen wir noch einen Abendspaziergang durch den Ort. Es ist schnell dunkel geworden, nur der Mond scheint hell - direkt über dem Gipfel. Man kann die Häuser von Reinhardtsdorf und die Lichter von Bad Schandau sehen. Es ist immer ein Erlebnis, im Gebirge zu übernachten – dazu muss man gar nicht so weit weg fahren.

25.10.15: Wir haben in unserem Kurzurlaub das Glück einer besonders langen Nacht, denn die Uhr wird wieder eine Stunde zurück gestellt. Als ich morgens aus dem Fenster sehe, ist es noch neblig draußen: wir können uns also Zeit lassen. Frühstück und Kaffee sind sehr gut, die Wirtsleute sind sehr nett – und wir haben in unserem Zimmer gut geschlafen. Gegen neun Uhr machen wir uns auf den Weg zum Kleinen Zschirnstein. Auch hier gibt es einen Rundweg und zwei Möglichkeiten des Aufstiegs: den Weg durch den Hirschgrund, der steil sein soll, und den sanft ansteigenden Wiesenweg entlang der Alten Tetschener Straße. Der Hirschgrundweg hätte uns durchaus gereizt, aber wir befürchten, dort nasse Füße zu bekommen (die Bergstiefel sind zu Hause geblieben) und gehen daher lieber den Wiesenweg. Man kann ihn, da es sich um eine Straße handelt, nicht verfehlen. Es dauert eine ganze Weile, bis wir an eine Wegkreuzung kommen. Wir gehen rechts herum auf dem B-Flügel bis zu einer weiteren Kreuzung, wo wir noch einmal rechts abbiegen und der gelben Markierung folgen. Nach wenigen Metern erreichen wir einen Rastplatz, von wo aus der Rundweg über den Kleinen Zschirnstein beginnt. Wir gehen rechts herum, aber links herum könnte man genauso gut gehen. Nach einem mäßigen, unschwierigen Anstieg erreichen wir das Gipfelplateau des Kleinen Zschirnsteins (472 m). Er ist ein wunderschönes Ziel und gar nicht überlaufen. Es ist kurz vor zehn Uhr und wir sind bereits auf dem Berg – das ist doch ein schöner Start in den Tag! Der Wald oben wirkt ein wenig verwunschen. Viele Pfade führen über den Stein und man erreicht mehrere Aussichtspunkte. Immer wieder sehen wir nach Kleingießhübel hinunter: der Ort wirkt, da wir dort übernachtet haben, irgendwie anheimelnd.

Der gelb markierte Weg führt uns rund um das Gipfelplateau und schließlich wieder zurück zum Rastplatz. Nach einigen Schritten sind wir wiederum an der Kreuzung und folgen nun dem rot markierten Weg zum Großen Zschirnstein. Die Sonne lugt immer mal durch die Wolken, aber so richtig will sie uns heute nicht verwöhnen. Dennoch ist es ein guter Tag zum Wandern und die Sicht ist auch ganz ordentlich. Einige Meter links vom Aufstieg zum Großen Zschirnstein befindet sich die sogenannte Wildbrethöhle, die man sich ansehen kann. An der nächsten Gabelung folgen wir dem Zschirnstein-Rundweg, statt die Stufen nach oben zu gehen. Es ist ein sehr schöner Weg, der wiederum durch einen ganz romantischen Wald führt. Immer wieder kommt man an bemoosten Felsen vorbei. Am Zschirnstein wird auch geklettert und wir sehen Bergsteiger, die sich zum Aufstieg bereit machen. Nach einer Weile fragen wir uns, wann denn endlich der vom Navigationsgerät angezeigte Weg zum Gipfel kommt. Dann sehen wir einen schmalen, aber deutlichen Pfad nach oben. Es stellt sich heraus, dass er gut begehbar ist und auch nicht, wie ich befürchtet habe, unterhalb einer Felswand endet. Oben angekommen, treffen wir den breiten, rot markierten Hauptweg übers Gipfelplateau und folgen ihm bis zum Aussichtspunkt, wo auch eine Schutzhütte steht. Mit 562 Metern ist der Große Zschirnstein die höchste Erhebung des Elbsandsteingebirges. Auf dem Großen Zschirnstein gibt es neben der großen (natürlichen) Aussichtsplattform auch mehrere kleine Aussichten. Wir sind froh, viel Zeit für Abstecher und zum Genießen zu haben. Die Laubfärbung ist eine Pracht und die Ausblicke sind immer wieder schön. Wir ahnen ja auch, dass wir in diesem Jahr vermutlich keine so großen Touren mehr machen werden.

Vom Großen Zschirnstein aus folgen wir dem rot markierten Weg Richtung Schmilka. Nachdem wir den Berg hinter uns gelassen haben, treffen wir bald auf den sogenannten Marktweg, gelb markiert. Es ist eher eine Straße als ein Weg, schnurgerade und vor allem zum Radfahren sehr gut geeignet. Tatsächlich kommt auch ein Radfahrer vorbei, aber bis kurz vor Schöna werden wir sonst keine Menschen treffen. An einer Kreuzung verlassen wir den Marktweg und folgen der Ausschilderung zum Zirkelstein. Dieser markante Felsen (384 m) ist der kleinste Tafelberg des Elbsandsteingebirges. Lange sind wir nicht hier gewesen und möchten natürlich hinauf. Als wir den Wald verlassen, sind wir ihm schon recht nahe und müssen nur noch ein Feld überqueren. Hinter dem Zirkelstein-Resort geht es ein Stück geradeaus und dann rechts herum zum Berg. Noch ein paar Meter auf halber Höhe entlang, dann folgt der Aufstieg mit Treppen und schließlich Stiegen. Bald steht man auf dem kleinen Felsplateau und genießt die Aussicht auf den Großen Winterberg, die Schrammsteine, die Zschirnsteine, die gegenüberliegende Kaiserkrone und andere Gipfel. Es ist trüb geblieben, aber ein paar Sonnenstrahlen dringen durch die Wolken und dieses Licht ist besonders schön.

Da wir immer noch Zeit haben, wollen wir schließlich noch die Kaiserkrone besteigen. Man könnte direkt nach Schöna hinein wandern, wir nehmen aber einen Feldweg und umgehen das Ortszentrum. In Schöna könnte man der Wanderkarte nach auch einkehren, aber wir sind in der Zschirnsteinbaude so gut verpflegt worden, dass wir auch unsere Rucksackvorräte nicht komplett verbrauchen müssen. Und uns lockt doch die Kaiserkrone! Ein schöner, kleiner Gipfel (354 m), der sich auch gut für Familien mit kleineren Kindern eignet. Er besteht aus zwei Felsmassiven mit mehreren Aussichtspunkten, die über Treppen erreicht werden. Auch hier genießen wir die vielen Ausblicke rundum, ehe wir uns wieder an den Abstieg machen. Wir verlassen Schöna Richtung Elbtal und bald zweigt der Weg nach Schmilka ab. Über Stufen geht es durch den Wald bergab und nachdem wir durch eine Unterführung den Elberadweg erreicht haben, sind es nur noch wenige Meter zum Bahnhof Schmilka. Eine wirklich lohnende Tour war das und durch die Übernachtung auch gar nicht anstrengend. Durch einen Fehler beim Aufzeichnen habe ich keine Zeitangaben und keine Höhenmeter, die Streckenangaben habe ich mir aber gemerkt: Reichlich 7,5 Kilometer waren es am ersten, reichlich 19 Kilometer am zweiten Tag. Ein paar Fotos habe ich auch mitgebracht.

Samstag, 17. Oktober 2015

Es weihnachtet ein bisschen

Da habe ich mich in diesem Jahr wirklich auf einen goldenen Oktober mit vielen Wanderungen hier zuhause gefreut und nun fühlt man sich wie im tiefsten November. Und weil dem so ist, bin ich in diesem Jahr zeitig mit den Weihnachtsvorbereitungen dran. Gestern sind die ersten beiden orientalischen Stollen fertig geworden. (Den Dresdner Christstollen kaufe ich natürlich bei einem Traditionsbäcker hier in der Nähe). Man spürt schon den Sinn der Bäckerei, der Vorbereitungen, des Schmückens, Dekorierens und der vielen Kerzen: die sinnlichen Freuden trösten über das trübe Wetter und die Dunkelheit hinweg. Inzwischen nehme ich die Traditionen auch nicht mehr so genau wie früher: Räucherkerzen benutze ich fast das ganze Jahr hindurch, eine grüne Tanne kommt mir nicht mehr ins Haus und die Rituale an den Feiertagen sind auch sehr flexibel geworden: nichts „muss“ mehr. Hier glüht das Räucherkerzchen neben den Kastanienmännchen: unser Enkel Leon hat zwar selbst noch keins gebastelt – da muss man mit Bohrern und Alleskleber hantieren, noch nichts für einen Dreijährigen – aber er hat begeistert zugesehen und sich Eichelhütchen auf den Kopf gesetzt. In diesem Sinne: schöne Herbsttage und eine schöne Vorweihnachtszeit!

Sonntag, 2. August 2015

Wanderung von Geising aus zur Burg Kyšperk

Bei schönem und vor allem zuverlässigen Sommerwetter wollten wir gern mal wieder im Osterzgebirge wandern. Mein Vorschlag war das Mückentürmchen, denn dieses Ziel bedeutet, dass die Tour (von Geising oder Altenberg aus) 20 Kilometer überschreitet. Christian sah sich verschiedene Tourenbeschreibungen im Netz an und stieß auf die Burg Kyšperk. Tatsächlich ist diese Burg ein attraktives Wanderziel und gut über Fürstenau und Fojtovice zu erreichen. In Fürstenau kann man parken, aber als Nicht-Autofahrer starten wir in Geising (Station der Müglitztalbahn). Da die Tour einen schönen Bogen auf der tschechischen Seite des Osterzgebirges macht, wollten wir sicher gehen und schon mit dem 7.18 Uhr-Zug von Heidenau losfahren. Dies bedeutete, vor sechs Uhr in Dresden aufzubrechen und kurz vor fünf Uhr aufzustehen, was wir aber bei dieser Tour in Kauf nahmen, denn der nächste Zug fährt erst zwei Stunden später ab, zu spät am Tag für eine Wanderung dieser Länge, wie wir fanden.

Also machen sich zwei frühe Wandervögel bei noch fast nächtlicher Ruhe auf zum Trachauer Bahnhof und nehmen die 6.13 Uhr- S1 Richtung Schöna. In Heidenau hören wir unsere Lieblingsansage „Übergang zur Regionalbahn nach Altenberg“ und steigen aus. Ja, wir brauchen unsere regelmäßige Dosis Osterzgebirge. Es ist noch recht frisch und ich bezweifle schon, mich passend angezogen zu haben. Außerdem sieht es gar nicht so freundlich aus: gerade dort, wo wir hin möchten, ist eine dicke und dunkle Wolkendecke. Im Zug wird sogar die Beleuchtung eingeschaltet. Ein schneller Wetterbericht-Check gibt aber Entwarnung: kein Regen heute.

In Geising, wo wir 8.03 Uhr ankommen, laufen wir vom Bahnhof aus Richtung Erdbachtal. Man sollte nicht zu früh der Ausschilderung „Fürstenau“ folgen, weil es auch Wege über Löwenhain dorthin gibt, was aber ein Umweg wäre. Am besten geht man Richtung Hüttenteich und Kohlhaukuppe und folgt am Ortsende dem Wegweiser nach Fürstenau. Der Weg durchs Erdbachtal ist auch wesentlich schöner und man kürzt so ein ganzes Stück ab, das an der Straße entlang führen würde. Nachdem man an idyllischen Wiesen vorbei gegangen ist und ein Stück Wald hinter sich gelassen hat, geht man nicht geradeaus zum Silberstollen, sondern wendet sich links herum auf asphaltiertem Weg bergauf. Oben auf der Höhe hat man schon herrliche Aussicht. Dieser Weg erreicht auch die Straße zwischen Löwenhain und Fürstenau, aber man hat nur noch wenige Meter bis nach Fürstenau hinein – es sei denn, man nimmt noch die „Traugotthöhe“ bei Fürstenau (ausgeschilderter Abzweig) mit, einen der „Achttausender des Erzgebirges“ (in Dezimetern) – diese Variante ist auch sehr lohnend. Heute gehen wir aber direkt nach Fürstenau und von dort aus weiter bis nach Tschechien, am ehemaligen Grenzübergang vorbei und dann direkt nach Fojtovice. Im Ort wendet man sich gleich am ausgeschilderten Radweg nach Děčín links herum, nimmt aber nicht die Straße, sondern den Weg an einem Holzzaun entlang, der hinauf zu einem großen Windrad führt.

Wir haben den Fehler gemacht, unseren Weg auf dem Acker zu suchen – daraus wurde ein weniger angenehmer Querfeldein-Gang über Kuh-Trampelpfade, bis wir dann oberhalb des Windrades auf den Weg trafen. Der Weg führt hangauf bis zu einer Kreuzung mit vielen Wegweisern. Rechts entlang geht es ausgeschildert und blau-weiß markiert Richtung Kyšperk. Von da aus ist die Strecke hervorragend markiert und man kann den Weg zur Burg gar nicht verfehlen. Sehr schön sieht man das Mückentürmchen und auch die Vulkankegel des Böhmischen Mittelgebirges. Die Landschaft ist auch auf der tschechischen Seite sehr erzgebirgisch: Bergrücken, Wiesen, von Steinrücken durchzogen und mit Sträuchern bewachsen. Dann geht es abwärts in den Wald hinein. Wir schätzen, gegen 11 Uhr an der Geiersburg zu sein. Tatsächlich kommen wir 11.11 Uhr an. Die Burgruine ist frei zugänglich, man kann sich alles ansehen und sogar in den Keller hinein gehen (dazu besser Taschenlampe oder Stirnlampe mitnehmen). Auf den Mauern klettern wir allerdings nicht herum.

Breit und gut markiert geht der Weg weiter nach Krupka, und erst kurz vor dem Ort zweigt er nach rechts ab, so dass man angenehm unter Bäumen am Hang entlang geht. Darüber sind wir sehr froh, denn es ist nun richtig warm geworden. Den Ort Krupka finde ich nicht sonderlich reizvoll. Sehenswert ist das Kloster, das wir aber schon einmal besichtigt haben. Unser blau-weiß markierter Weg endet wenige Meter unterhalb der Seilbahn zum Mückenberg (Komáří hůrka). Der Sessellift fährt am Wochenende stündlich, und wir haben das Glück, nur 15 Minuten warten zu müssen bis zur Abfahrt 12.30 Uhr. Die Fahrt ist ein Erlebnis, das man sich durchaus mal gönnen kann, zumal es sehr preiswert ist (derzeit 3.10 € für eine einfache Fahrt). Oben gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten, durchweg empfehlenswert und auch beliebt, aber wir haben ausreichend Rucksackverpflegung dabei und können weiter gehen. Vom Mückenberg aus wandern wir auf dem rot-weiß markierten und ausgeschilderten Weg nach Cinovec, angegeben mit 7,5 Kilometern. Wir sind froh, rechtzeitig aufgebrochen zu sein, denn von Cinovec/Zinnwald aus müssen wir noch die Bahnstation erreichen: entweder Altenberg oder Geising. In Anbetracht der Länge der Tour gehen wir davon aus, Geising anzusteuern.

Dieser rot-weiß markierte Weg ist gerade neu ausgebaut worden, vermutlich für den Winterbetrieb, wenn dort gespurte Loipen verlaufen, aber auch für Radfahrer, die dort immer wieder anzutreffen sind. Wir finden das Gehen auf dem feinen Schotter ein wenig mühsam und sind froh, als es endlich ein Stück über eine Wiese geht. Kurz vor Cinovec geht man dann an der Straße entlang. Von der hübschen Kirche aus ist es nicht mehr weit bis zur Grenze.

In Zinnwald wenden wir uns gleich an der Straßenkreuzung rechts nach Geising. Wir möchten aber nicht die ganze Zeit an der Straße entlang laufen. Gegenüber vom Schaubergwerk „Großer Bünaustollen“, das sich unterhalb der Straße befindet, ist ein ausgeschilderter Aufstieg zur Scharspitze. Diese – noch ein „Achttausender“ – soll unser letztes Gipfelchen werden. Wir wissen, dass wir über die Scharspitze auf einem schattigen Waldweg direkt nach Geising gelangen und auch in Bahnhofnähe ankommen. Wir machen den Fehler, am Aschergraben entlang zu weit Richtung Altenberg zu gehen, bemerken dies jedoch und kehren um. Zum Glück haben wir noch ausreichend Zeit, um den 16.24-Uhr-Zug nach Heidenau zu erreichen. Wir schaffen es sogar, noch ein bisschen früher dort zu sein, und lassen uns die Gelegenheit nicht entgehen, nach Altenberg hinauf zu fahren, ehe es dann talwärts geht. Eine wirkliche Tagestour, 28,8 Kilometer lang.

Sonntag, 12. Juli 2015

Sommer!

Es ist Sommer geworden und somit auch Erntezeit. Die beiden Tomatenpflanzen sind sehr kräftig geworden; ich bin gespannt, ob die Früchte überhaupt noch alle reif werden. Neulich habe ich auch den ersten Salat ernten können. Das selbstklebende Kupferband um den Kasten hält tatsächlich die Schnecken ab: eigentlich müsste man jede Pflanze in einen Topf setzen und den Topf mit Kupferband umwickeln! Ansonsten ist hier gerade nicht viel zu berichten: der Urlaub war nicht aktionsreich, sondern ruhig und erholsam. In den vergangenen Wochen habe ich viel Zeit mit Nachdenken verbracht und die ruhigen Urlaubstage waren mir auch willkommen. Nun genieße ich das gute Gefühl, mich sortiert zu haben, und die Gelassenheit, die damit einher geht, führt wiederum dazu, dass ich nicht so viel mitzuteilen habe. Aber insgesamt ist das ein durchaus angenehmer und auch sommerlicher Zustand.

Montag, 1. Juni 2015

Osterzgebirge: von Geising aus zur Kohlhaukuppe, Traugotthöhe und von Fürstenau über Gottgetreu zurück

Jetzt ist die beste Zeit zum Wandern! Und deshalb nutzen wir das Sonntags-Wetter für eine Wanderung im Osterzgebirge. Wir sind so gern hier unterwegs und brauchen mehrere Touren, um unsere Lieblingsorte aufzusuchen. Mit der Müglitztalbahn fahren wir von Heidenau aus nach Geising, gehen durch den Ort an der Eishalle vorbei Richtung Kohlhaukuppe und wählen den steilen Aufstieg an der Nordwestseite. Es wird bereits sommerlich warm, nur oben am Gipfel weht ein frischer Wind.

Vor uns sind schon Wanderer angekommen und kurz vor elf Uhr kommen immer mehr Leute nach oben, die in der Bergbaude einkehren möchten. Wir gehen bald weiter durch den Wald Richtung Silberstollen. Unterwegs sind wir zunächst auf einem Weg, der eher wie eine Schneise aussieht; später wird er breiter und uns kommen gelegentlich Moutainbiker entgegen. Wunderschön ist wieder das frische Grün überall.

Am Silberstollen gibt es leider nicht viel zu sehen: er ist verschlossen und nicht zugänglich. Aber man kann rasten und sich die schöne Landschaft ansehen. Nach kurzer Pause gehen wir weiter bergauf Richtung Fürstenau. Wenn man den Wald verlässt, hat man schon eine wunderbare Aussicht – und es wird noch besser. Es ist empfehlenswert, der Traugotthöhe, einem etwas unscheinbaren Gipfelchen, einen Besuch abzustatten. Es gibt einen ausgeschilderten Weg hinauf. Man hat herrliche Ausblicke weit ins Land, nach Geising, Altenberg, Fürstenau und auch nach Tschechien zum Mückenberg mit dem Mückentürmchen. Hier pausieren wir etwas länger. Gelegentlich finden Wanderer hinauf. Die Traugotthöhe zählt zu den 14 Achttausendern des Osterzgebirges und je bekannter diese werden, umso mehr Leute entdecken die Gipfelchen.

Wir verlassen unseren Aussichtsberg und gehen weiter ein Stück an dessen Südostseite entlang und dann nach Fürstenau hinein. Hier entschließen wir uns zu einem Abstecher in das Dorf Gottgetreu nahe der Grenze zu Tschechien, dem Heimatort meiner Schwiegermutter. Wir wandern entlang der Straße zwischen Fürstenau und Müglitztal dorthin. Sehenswert in Gottgetreu ist der Glockenturm.

Vom Oberdorf aus zweigen Waldwege ab nach Fürstenwalde und Fürstenau; wir biegen schließlich auf den Weg nach Fürstenau ein. Unser Plan ist, nach Löwenhain und von dort aus weiter nach Geising zu wandern. Das ist nicht ganz einfach, weil es keinen direkten gut markierten Weg bis dorthin gibt. Abschnittsweise wurden schon breite Wege angelegt, die aber nicht durchgehend verlaufen. An einer Kreuzung gehen wir nicht links herum wie ausgeschildert nach Fürstenau/Kirche, sondern unmarkiert rechts herum. Der Weg ist ein ganzes Stück neu und in sehr gutem Zustand. Es ist ziemlich einsam in dieser Gegend, was uns lieb ist. Nach einer Weile sehen wir sogar ein Reh mitten auf dem Weg. Leider entdeckt es uns, ehe ich ein gutes Foto von ihm machen kann, und flüchtet in den Wald.

Der breite Weg endet an einer Straße. Nur – welcher Straße? Es gibt einen alten, kaum noch erkennbaren Weg hangaufwärts auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. Wir sind ihn schon einmal gegangen, er führt in die richtige Richtung, hört aber irgendwann im Wald auf. Damals sind wir querfeldein nach Löwenhain gegangen. Heute haben wir keine Lust dazu und gehen an der Straße entlang, in der Hoffnung, dass diese ebenfalls nach Löwenhain führt. Leider tut sie das nicht und wir erkennen unseren Irrtum erst, als wir das Ortseingangsschild von Fürstenau lesen können. Das ärgert uns natürlich, denn zurück nach Fürstenau hätten wir auch einfacher gelangen können! Uns bleibt nichts weiter übrig, als geradeaus weiter zu gehen, bis kurz vor der Kirche die Straße nach Löwenhain abzweigt.

Mir wird klar, dass es knapp wird mit dem nächsten Zug. Wir gehen zügig durch Fürstenau hindurch, aber bald wird uns klar, dass wir den Zug nicht schaffen werden. Das ist uns bisher noch nie passiert, dass wir den 16.24 Uhr-Zug in Geising verpassen! Der nächste Zug nach Heidenau fährt zwei Stunden später. Und deshalb hören wir auf, uns zu beeilen, machen eine Kaffeepause an der nächsten Bank – wir sind inzwischen wieder auf den Weg an der Traugotthöhe vorbei nach Geising eingebogen – und genießen die Landschaft. Zwei Stunden geschenkte Zeit hier oben, darüber sollte man sich nicht ärgern!

Der Weg durch die Wiesen zurück nach Geising ist auch besonders schön: man geht direkt auf den Ort mit dem Geisingberg zu. Heute können wir gemütlich durch den ganzen Ort zum Bahnhof gehen. Das Berghotel Schellhas, wo wir gern noch eingekehrt wären, ist geschlossen – hoffentlich nicht für immer! Alternative ist der Bäcker am Bahnhof, der bis 18 Uhr geöffnet ist und immer noch eine gute Auswahl an Eis und Kuchen hat. Also gibt es Eis zur Erfrischung und zum Ausklang des Tages.

Vor ein, zwei Jahren noch hätte mich wohl der Ehrgeiz gepackt und wir hätten noch fünf Kilometer bis Altenberg drangehängt. Heute ist es uns wichtig, auch Zeit zum Ausruhen und Genießen zu haben. Lieber fahren wir das Stück mit dem Zug hinauf – eine wunderbare Strecke, die sich allein für die Ausblicke während des Fahrens lohnt – und bleiben gleich sitzen, bis es wieder hinunter ins Tal geht. So gemütlich, wie wir gedacht hatten, war die Tour durch den Umweg nicht geworden: 24 Kilometer waren es insgesamt bei 940 Höhenmetern Aufstieg und 980 Höhenmetern Abstieg.

Montag, 25. Mai 2015

Elbsandsteingebirge: Tour zum Teichstein

Wir beginnen unsere Tour am Stadtpark in Bad Schandau: hier, am Kurpark, fährt die Kirnitzschtalbahn ab, die uns bis zum Lichtenhainer Wasserfall bringt. Man kann diese Strecke auch wandern, aber das Kirnitzschtal zieht sich in die Länge und wenn man dann noch weitere Ziele ansteuert, kann man sich leicht überfordern. Zu Pfingsten und bei Wanderwetter sind wir freilich nicht die Einzigen, die diese Verbindung wählen: besonders an den nachfolgenden Haltestellen füllt sich die Bahn mit vielen Wanderern. Aber es kommen alle mit und das Zugpersonal ist freundlich und entgegenkommend.

Am Lichtenhainer Wasserfall ist Endstation. Wir steigen aus und reihen uns in die Schar der Wanderer ein, die den Wegmarkierungen hangaufwärts folgen. Unser Ziel ist die Neumannmühle. Bald können wir auf den Flößersteig einbiegen, der uns wieder ans Wasser hinunter führt, wo wir lange Zeit ganz allein unterwegs sind. Wir lieben den Flößersteig! Er ist ein sehr reizvoller Weg, auf dem man der Kirnitzsch immer wieder nahe kommt. Es gibt Abschnitte, da ist der Flößersteig breit und sehr bequem zu gehen, aber dann folgen wieder naturbelassene Abschnitte, wo man ein bisschen aufpassen muss, wohin man tritt. Da ist er mal felsig, mal schmal und abschüssig – definitiv nichts für Leute, die schlecht zu Fuß sind.

An der Neumannmühle habe ich erstmals Satellitenempfang und kann von da aus die Strecke aufzeichnen. Nachträglich erst erfahre ich, dass wir bis dorthin ca. sieben Kilometer unterwegs waren. Von der Neumannmühle aus wandern wir wenige hundert Meter an der Straße entlang zur Buschmühle. Hier wählen wir den Weg, der von der Buschmühle aus über einen relativ steilen, mit Steinplatten bedeckten Weg bergauf führt. Das Ziel unserer heutigen Wanderung ist der Teichstein (412 m).

Wir haben uns eine recht raffiniert klingende Tour aus einem sehr schönen Wanderblog herausgesucht. Ich habe meine Zweifel, ob wir den Weg genauso finden wie beschrieben, und überlasse es den Männern, mit der Beschreibung zurechtzukommen. Im Elbsandsteingebirge sind viele Wege aus Naturschutzgründen nicht mehr markiert, viele werden auch nicht mehr gepflegt. Grün gekennzeichnete Bergpfade, die technisch anspruchsvoller sind als die markierten Hauptwege, sind mitunter nicht so leicht zu finden; ebenso ist es mit den schwarz markierten Zustiegen zu den Kletterfelsen. Bei unserer Tour handelt es sich nicht um solch anspruchsvolle Wege, eher um Forstwege und Pfade. Ohne Markierungen ist es manchmal nicht so leicht, sich zu orientieren.

Bis zur zweiten Messstation, die links von uns im Wald auftaucht, kommen wir auch gut klar. Dann aber nehmen wir den falschen Abzweig: als sich vor einem Hochsitz der Weg gabelt, gehen wir links herum und wandern eine Runde, die uns ein ganzes Stück zurück bringt bis fast an den Ausgangspunkt. Noch einmal geht es bergauf, wieder kommen wir zur Messstation und gehen nun am Hochsitz rechts herum – eine andere Variante haben wir nicht. Dieser Weg führt uns tatsächlich zum Teichstein und ein ganzes Stück um ihn herum, bis wir an eine Wegkreuzung mit Hinweisschildern kommen, wo auch der Steig hinauf abzweigt. Kurz, teilweise steil und mit Ketten gesichert, führt er nach oben.

Bis zur Aussicht geht es noch ein ganzes Stück oben entlang in westlicher Richtung. Die Ausblicke vom Teichstein sind äußerst lohnend. Das scheint sich inzwischen auch herumgesprochen zu haben, denn wir sind keineswegs allein dort. Es ist auch möglich, von der Neumannmühle aus den breiten und bequemen Weg zum Zeughaus zu nehmen und von dort aus den Teichstein zu besteigen. Unsere Suche nach dem Bärenfang endet allerdings erfolglos irgendwo im Wald: wir sehen zwar den Weg zum Zeughaus, aber keinen Bärenfang, und gehen ein Stück querfeldein hinunter.

Am Zeughaus ergeben sich weitere Möglichkeiten. Da uns der Umweg den einen oder anderen Kilometer und auch ein paar zusätzliche Höhenmeter beschert hat, geben wir die ursprüngliche Idee auf, über den Großen Winterberg nach Schmilka zu wandern. Ein entscheidendes Argument dagegen ist auch die Tatsache, dass die Züge Richtung Schöna und zurück nur stündlich verkehren. Also wandern wir lieber auf dem breiten Weg Richtung Kirnitzschtal, wo die Bahn aller halben Stunden fährt. An der Neumannmühle angekommen, sind unsere Söhne dafür, mit dem Wanderbus abzukürzen, der dann auch pünktlich fünfzehn Minuten später eintrifft. Eine halbe Stunde später kommen wir wieder am Kurpark an. Diesen Bus, der zwischen Bad Schandau und Hinterhermsdorf verkehrt, werden wir sicher wieder einmal nutzen! Es gibt so viele schöne Tourenmöglichkeiten rund ums Kirnitzschtal. Nach einer ausgiebigen Kaffeepause im „Lindenhof“ entscheiden sich die jungen Leute, im Hotel auszuruhen, während die beiden Alten nochmal losgehen. Christian und ich möchten zur Rathmannsdorfer Höhe, aber als wir den Aufstieg zur Schlossbastei entdecken, ändern wir spontan unseren Plan und gehen am Hang treppauf. Dieser kleine Abstecher zur Ruine ist durchaus zu empfehlen! Man kann sogar den Turm besteigen. Wir gehen von dort aus geradeaus weiter und an einer Kleingartenanlage vorbei, in der Hoffnung, einen Abzweig nach Rathmannsdorf zu finden. Eine Möglichkeit bietet sich an: es geht blau-weiß markiert Richtung Altendorf und weiter nach Goßdorf-Kohlmühle – eine Strecke, die wir schon gewandert sind. Irgendwo muss, der Beschilderung nach, auch ein Weg nach Rathmannsdorf sein. Also gehen wir noch ein Stück, überqueren zunächst die Straße nach Altendorf und kommen an der Straße nach Goßdorf heraus. Hier müssen wir ein ganzes Stück am Straßenrand entlang gehen und entfernen uns immer weiter von Bad Schandau. Dann endlich kommt der Abweig nach Rathmannsdorf, eindeutig gekennzeichnet mit einem Hinweisschild „zum Turm“. Wir gehen wieder am Straßenrand bis in den Ort hinein, um den Panoramaweg zu treffen. Hier oben auf der Höhe ist die Aussicht überwältigend; das Wetter ist auch weniger unbeständig als am Vormittag. Den Aussichtsturm besteigen wir jedoch nicht, sondern wandern zurück nach Bad Schandau, um zur verabredeten Zeit wieder im Hotel zu sein. Wir Älteren haben insgesamt 26 Kilometer zurückgelegt bei 1.270 Höhenmetern Anstieg und 1.459 Höhenmetern Abstieg. Unsere Söhne waren auch knapp 20 Kilometer unterwegs gewesen.

Samstag, 16. Mai 2015

Osterzgebirgstour: Geisingberg – Sachsenhöhe – Löwenhainer Höhe – Kohlhaukuppe

Das Osterzgebirge ist eine unserer Lieblingsgegenden, und eigentlich wären wir gern regelmäßig dort. Aber oft spielt das Wetter nicht mit, mal hat man anderes vor, mal gar keine Zeit oder keine Energie für solch eine Tour.

Als wir neulich mit dem Zug aus dem Wien-Urlaub zurückkamen, fuhren wir auch durch Heidenau und sahen natürlich – wie immer – sehnsüchtig zum Gleis am anderen Ende des Bahnhofs, wo immer der Zug nach Altenberg abfährt. Und fast gleichzeitig meinten wir: es wird mal wieder Zeit für eine Tour ins Erzgebirge.

Heute ist es nun so weit: wir nehmen den 7.41-Uhr-Bus von Dresden Hauptbahnhof aus nach Altenberg und sind kurz vor neun Uhr dort. Unser erstes Ziel ist der Geisingberg (824 m). Von Altenberg sieht er nicht so markant aus wie oft geschildert, aber von Geising wirkt er schon imposanter. Wir wandern zunächst an der Pinge vorbei und treffen später den blau-weiß markierten Kammweg, dem wir bis zum Gipfel folgen. Wir sind etwa 30 Minuten bis oben unterwegs. Anstrengend ist das noch nicht – Altenberg liegt ja bereits 750 Meter hoch. Von Geising aus (600 Meter) sind es ein paar Höhenmeter mehr: der Kammweg, der in Geising beginnt, ist sehr schön und absolut empfehlenswert.

Im Osterzgebirge braucht man, um sich anzustrengen, einige Kilometer und idealerweise noch ein, zwei Anstiege. Es geht uns heute gar nicht so sehr um den Gipfel: wir waren gekommen, um an den Wiesen an der Nordostseite des Geisingberges entlang zu wandern. Diese Bergwiesen stehen unter Naturschutz und es sind seltene Pflanzen dort zu finden. (Auf der verlinkten Seite gibt es wunderschöne Panoramafotos, sogar mit Ton – mehr Einladung zum Wandern geht nicht!).

Der mit einem grünen Punkt markierte Weg vom Gipfel nach Bärenstein führt an diesen Wiesen vorbei und ist zu allen Jahreszeiten empfehlenswert. Im Frühsommer finde ich die Wiesen und die Gegend fast am schönsten. Als Städter kann man sich nie satt sehen an all dem Grün, aber hier oben kann man sich schon ziemlich gut sättigen! In der Baude am Geisingberg ist man uns freundlicherweise mit Tipps und einem Flyer behilflich: in zwei bis drei Wochen, heißt es, würde die Wanderung noch lohnender sein. Vielleicht kommen wir dann nochmal… aber auch heute ist die Stimmung schon sehr schön: das intensive Grün der Wiesen, der blühende Löwenzahn, und an einigen Stellen blüht schon das Knabenkraut! Wir wandern nicht bis nach Bärenstein, sondern nur bis zur Sachsenhöhe (632 m). Auf dem Wanderweg gelangen wir nicht bis an den höchsten Punkt, sondern biegen auf einen als Reitweg gekennzeichneten Weg ein, wo sich später auch eine grüne und eine gelbe Markierung zeigen. Hier an der Sachsenhöhe gibt es viele eingezäunte, eingestürzte Stollen – man sollte also nicht von den Wegen abweichen. Wir erinnern uns, schon einmal hier herumgeirrt zu sein; einen deutlichen Weg nach Lauenstein fanden wir damals nicht und gingen zum Schluss ein Stück querfeldein talwärts. Hier scheint sich einiges verändert zu haben: alte Wege sind zwar noch zu erkennen, aber offensichtlich aufgegeben, neue wurden angelegt. Wir gelangen auf eine Bergwiese nördlich von Lauenstein und von dort aus geht es rot markiert entlang bis zum Bahnhof: sehr hübsch, dieser Weg am Hang entlang.

In Lauenstein gehen wir weiter bis zum historischen Marktplatz. Dieser macht – leider – derzeit einen etwas verschlafenen Eindruck. Das Schloss Lauenstein ist unbedingt einen Besuch wert – das machen wir auch mal wieder. Wir gehen noch ein Stück durch den Ort und folgen dem Wanderweg am Bad entlang zur Schäferei und weiter nach Geising. Man gelangt über die Löwenhainer Höhe dorthin, eine wunderschöne, ruhige, sehr „erzgebirgische“ Landschaft mit Wiesen, Steinrücken, Kuppen und Wald. Auch hier gibt es viele Pfade, alte und neue Wege, einige kennen wir, einige noch nicht, und am liebsten möchten wir alle ausprobieren! Vom Leitenweg aus wandern wir hinunter nach Geising. Hier könnten wir unsere Tour beenden und zum Bahnhof gehen, aber es ist noch zu früh am Tag, und wir möchten gern irgendwo einkehren und schön sitzen. Deshalb beschließen wir, zur Kohlhaukuppe (785 m) zu wandern. Von Geising aus ist man relativ schnell dort oben.

Die Kohlhaukuppe bietet eine gute Aussicht, sogar einen Turm, und eine kleine, gemütliche Bergbaude mit guter Küche. Normalerweise hätten uns die Knoblauchspezialitäten gereizt, aber es ist warm geworden, und da genügen Eis, Eiskaffee und kalte Getränke an einem aussichtsreichen Platz, von dem man die Bergarbeiter-Siedlung, weiter hinten Altenberg mit der Pinge und natürlich den Geisingberg sehen kann: so ist die Welt in Ordnung! Der Frühsommer ist doch eine wunderbare Zeit zum Wandern! Es gab Tage, an denen wir unbedingt viele Kilometer schaffen wollten, aber heute geht es uns immer mehr darum, während einer Tour auch inne zu halten und zu genießen. Wir gehen den „schwierigen“ Weg von der Kohlhaukuppe aus nach Geising, den man nicht wählen muss: es gibt mehrere Aufstiege auf diesen kleinen, netten Berg, fast alle – bis auf diesen Pfad an der Nordwestseite, sind kinderwagentauglich. Halbwegs geübte Wanderer mit passendem Schuhwerk brauchen sich vor dem „schwierigen“ Weg nicht fürchten: da lauern weder Abgründe noch Kletterstellen, er ist nur etwas buckelig und steiler als die anderen Aufstiege.

Geising ist ein wunderschöner Ort, wo sich ein Bummel lohnt. Vom Bahnhof aus fahren wir, die Tageskarte ausnutzend, zunächst bergauf nach Altenberg – absolut erlebenswert, wie der Zug den Geisingberg ein Stück umrundet. Nach einer kurzen Pause geht es wieder talwärts, entlang der Müglitz, bis nach Heidenau, wo man in die S-Bahn nach Dresden umsteigen kann. Eine schöne Tour war es, nicht zu knapp, nicht zu umfangreich: 19 Kilometer haben wir in sechseinhalb Stunden Gehzeit zurückgelegt, 928 Hm Anstieg, 1085 Hm Abstieg.