Sonntag, 6. Februar 2022
Gelesen: Interessantes, ansonsten Saure-Gurken-Zeit
Im Spätherbst vergangenen Jahres habe mal wieder begonnen, etwas außerhalb des Krimi-Genres zu lesen. Von Juli Zeh hatte ich bisher nur die beiden Romane gelesen, die auf Lanzarote spielen (und vor allem, um über Lanzarote zu lesen): „Nullzeit“, und „Neujahr“. Beide fand ich hervorragend. Daraufhin habe ich mich nicht an „Unterleuten“ herangetraut, sondern an „Über Menschen“, erst im vorigen Jahr erschienen. Davon war ich so begeistert, dass ich dann doch „Unterleuten“ lesen musste, das im gleichen Milieu handelt, und mich permanent darüber wunderte, warum ich mich nicht herangetraut hatte. „Unterleuten“ ist einfach der Hammer! Ich mag den Stil von Juli Zeh – ihre Bücher sind gut lesbar und frei von Sprachexperimenten. Außerdem mag ich sie wegen ihrer Klugheit.
Sonntag, 9. Januar 2022
In der vierten Welle
Wir haben Anfang Januar. Ich stehe auf einem Plateau in dichtem Nebel und kann keinen Meter weit sehen. Irgendwo beginnt Absturzgelände, aber ich weiß nicht, in welcher Richtung und Entfernung und wie abrupt sich Abgründe auftun. Ich habe weder Kompass noch GPS bei mir (ich weiß, das sollte ich in einer Ausnahmesituation wie dieser eigentlich haben). Aber ich bin so plötzlich und meines Wissens auch ohne mein Zutun hier gelandet. Zum Glück gibt es Anweisungen und auch jede Menge Ratschläge. An manchen Tagen sagen die Politiker, es wird aufhören, in naher Zeit sogar wird sich der Nebel lichten, die schönsten Ausblicke nach allen Seiten werden sich auftun, und wir werden wieder genau wissen, wohin wir gehen wollen. An anderen Tagen steigt auch in ihnen die Panik auf, und es werden Schreckensszenarien von den tiefsten und weitesten Abgründen entwickelt. Erwarte ich zu viel, wenn ich einfach wieder eine Richtung, ein Ziel sehen möchte? Sei doch dankbar, tönen die Moralisten, schätze jeden Schritt, den du tust, so lange du noch gehen kannst. Von wegen Nebel – ist das nicht auch eine Herausforderung? Siehst du nicht, wie vielfältig die Grauschattierungen sind? Und von wegen, du kannst dein Leben nicht mehr gestalten. Beispielsweise kannst du ausprobieren, den Fuß mal stärker und mal sanfter aufzusetzen, du kannst mal die Zehen und mal die Ferse belasten. Oder du bleibst einfach auf der Stelle stehen, auch das ist ein Geschenk des Lebens, für das du dankbar sein solltest. Du kannst stehen bleiben und dich spüren – wunderbar. Allmählich wächst die Befürchtung, dass es vielleicht keinen Ausweg vom Plateau gibt. Aber wir üben uns in Geduld und gehen ganz langsam und vorsichtig, um nicht in den Abgrund zu stürzen. Wer will schon ein Ende mit Schrecken? Doch was, wenn die Alternative nur ein Schrecken ohne Ende ist?
Samstag, 1. Januar 2022
Flugzeug auf dem Beistelltisch
Das ist eine Boeing 747, hergestellt aus einem relativ einfachen Modellbausatz. So etwas wollte ich schon lange wieder mal machen, und da das Silvesterkonzert wie so vieles hier in Sachsen ausgefallen ist, war der gestrige Abend der passende Anlass. An die zwei Stunden war ich damit beschäftigt. Man muss sich konzentrieren und sich ausreichend Zeit nehmen, man braucht gutes Licht, und man entspannt sich dabei.
Als Kind habe ich mehrere Flugzeugmodelle gebastelt, natürlich von russische Maschinen. Die Modelle waren etwas größer und reicher an funktionierenden Details. Wenn man feststellt, dass früher vieles besser war, wird man alt … aber das ist halt so. Die Anregung dazu kam von meinem Vater, der das Basteln von Modellflugzeugen allerdings nicht für mich vorgesehen hatte, sondern für meinen Bruder. Ich war sofort begeistert, weil mir Flugzeuge schon immer gefallen haben. Ich durfte dann mit bauen und es war eine ganze Weile ein Hobby von mir.
2022 wird das erste Jahr ohne meinen Vater sein. Und es ist wohl kein Zufall, dass ich diese Vater-Bruder-Tochter-Beschäftigung genau jetzt aufleben lassen wollte. Es bleiben so viele Flugzeuge am Boden, aber träumen darf man ja. Möge das neue Jahr den einen oder anderen Traum wahr werden lassen!
Freitag, 8. Oktober 2021
Alpenurlaub September 2021
Wir sind sehr froh darüber, dass wir in diesem Jahr wieder in den Bergen sein konnten! Ein paar Notizen und Fotos dazu stehen im Blog "Faszination Hochgebirge".
Freitag, 25. Juni 2021
Krimizeit
Nun habe ich ihn gelesen, den lang ersehnten 10. Band der Reihe um Kommissar Dupin „Bretonische Idylle von Jean-Luc Bannalec. Fast zeitgleich lief mal wieder ein Dupin-Krimi im Fernsehen, den ich mir aber nicht angesehen habe. Ich kann das einfach nicht – ein Versuch vor einigen Wochen dauerte nur kurz an.
Dieses Mal hat mich die Handlung nicht gleich gefesselt wie sonst. Aber ich habe durchaus gern in dem Buch gelesen, stückchenweise, und natürlich habe ich mich gefreut, dem Ermittlerteam um Dupin wieder zu begegnen. Zu meiner Freude geht es mal wieder um eine malerische Insel, was viel Urlaubsflair und – ja – Idylle versprach und auch hielt. Es ist die Belle-Île. Die Schilderungen der Landschaft waren wieder sehr einladend, man möchte sich umgehend an eine der malerischen Buchten beamen lassen. Aber allein die Beschreibungen der Farben: des Landes, der Klippen, der darauf wachsenden Flechten, des Wassers, des Himmels können den Leser augenblicklich glücklich machen. All diese Blautöne, die man sich sofort vorstellen kann, aber deren Differenzierungen ich so noch nie gelesen habe. Und das ist ein echtes Geschenk in Corona-Zeiten!
Im Laufe der Handlung lernt man noch eine weitere Insel kennen: die Île-d’Houat, die auf mich noch idyllischer wirkt als die Belle-Île. Wenn ich jetzt dort spazieren gehen könnte, wäre ich auf der Stelle von sämtlichem Corona-Frust und seinen Nachwirkungen geheilt. Wenn Kommissar Dupin auf einer Insel ermittelt, verspricht das ein Eintauchen in einen Mikrokosmos. Band 2 „Bretonische Brandung“ (es geht um die Glénan-Inseln), sowie Band 5 „Bretonische Flut“ ( handelt von der Île de Sein), waren bisher meine Favoriten. Band 10 finde ich nicht ganz so stark, aber auch sehr gut. Dupin hat seine Schwierigkeiten mit Inseln, denn er mag Fahrten über das Meer ganz und gar nicht. In solchen Fällen unterstützt ihn Goulch, Kapitän der Wasserschutzpolizei. Dupin vertraut sich auf dem Meer nur ihm an. (Wie gerne wäre ich jetzt mit einem Schnellboot auf dem Atlantik unterwegs!)
In der idyllischen Landschaft der Belle-Île muss Dupin einen Mörder finden. Lange hat er keine Spur, dem ersten Mord an einem Inselbewohner folgt ein zweiter. Und etliche Leute hätten ein Motiv… Ich mag es, wenn das Abgründige in Geschichten so selbstverständlich neben dem Schönen ist. Als Dupin endlich eine Spur aufnimmt, wird die Spannung so intensiv, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Dass er den Fall rechtzeitig löst und der Feier seines Dienstjubiläums nichts im Wege steht, war klar. Man kann auch annehmen, dass „Bretonische Idylle“ bald verfilmt wird. Wenn dies dazu beiträgt, dass Dupin weiter ermittelt, soll es so sein.
Buchreihe: Kommissar Dupin
Samstag, 12. Juni 2021
Abendliche Impressionen
Gestern haben wir bis in die Dunkelheit hier in unserem Hausgarten gesessen - und konnten erstmals die Solarbeleuchtung genießen. Wochentags stehen wir früh auf und gehen deswegen auch meist schlafen, ehe es dunkel wird. Im Spätsommer und Herbst allerdings könnten wir dann mehr von der Beleuchtung haben. Im Pool war ich abends dann doch nicht mehr, dafür habe ich ihn tagsüber ausgiebig genutzt.
Frisches Grün am Weihnachtsbaum
Unser Weihnachtsbaum vom vergangenen Jahr steht im Hausgarten und ich freue mich ganz besonders darüber, dass er sich offenbar dort wohlfühlt. Es gelingt ja nicht immer, einen Weihnachtsbaum über den Winter zu bringen. Das Auspflanzen einer Nordmanntanne, die man im Topf gekauft hat, soll generell schwierig sein.
Wie es aussieht, könnte es aber doch klappen, dass uns das Bäumchen erhalten bleibt.
Es war ein besonderes Symbol der Hoffnung im langen Corona-Winter. Es stand im Hof, denn in der Wohnung habe ich längst keinen Platz mehr für einen Baum - stattdessen haben wir ein großes Weihnachtsdorf zum Aufbauen. Und wir hatten sogar eine kleine corona-konforme Weihnachtsfeier. Das war auch ein Hoffnungsschimmer.
Dass der Baum dieses Jahr austreibt, empfinde ich wie ein Geschenk. Damit hatte ich nämlich nicht gerechnet.






