Montag, 29. Juni 2026
25.06.26 Auf dem Kammweg von Altenberg nach Holzhau, 19,8 km, 450 Höhenmeter Aufstieg, 472 Höhenmeter Abstieg
Eigentlich wollten wir in diesem Jahr in die Alpen fahren, doch auf Grund von Bauarbeiten auf der Strecke entschieden wir uns anders und planten, auf dem Kammweg Erzgebirge-Vogtland von Geising bis zum Fichtelberg zu laufen. Wir haben unser Endziel nicht erreicht, aber davon später. Eine so lange Mehrtagestour hatten wir noch nie zuvor unternommen. Mit einem Tourenrucksack minimalistisch unterwegs zu sein, war neu für uns. Wir kennen Hüttentouren aus den Alpen, aber mehr als zwei, drei Übernachtungen hintereinander waren es nie. Dieses Mal sollte es anders werden – so hatten wir jedenfalls gedacht. Wir waren aber nicht mit Zelt unterwegs, sondern hatten vorab Unterkünfte zur Übernachtung gebucht. Ich hätte es nicht gewagt, spontan irgendwo anzukommen, ohne vorab reserviert zu haben, doch bei den meisten Unterkünften hätte das in der Vorsaison funktioniert.
Obwohl uns am zweiten Tag „nur“ knapp 20 Kilometer bevorstanden, hatten wir Bedenken, ob wir diese schaffen. Vor allem wussten wir nicht, ob wir unsere Tourenrucksäcke so weit würden tragen können, ohne dass Gelenke und Sehnen protestieren. Mich machte es auch nervös, dass wir im Hotel in Holzhau bis 18 Uhr einchecken mussten. Deswegen brachen wir gleich nach dem Frühstück, gegen 8.30 Uhr, in Altenberg auf. Der Aufstieg zum Kahleberg war relativ steil, am Hang entlang, wo sich die Skiabfahrt und die Sommerrodelbahn befinden. Vorbei ging es am Alten Raupennest, einem Gasthof. Der Kammweg verläuft nicht nur oben auf dem Kamm, sondern auch an Einkehrmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten und Museen vorbei, die sich oft in Tälern befinden. Die Hitzewelle hatte bereits eingesetzt, und wir gingen so schnell wir konnten, um einen möglichst großen Teil der Strecke am Vormittag hinter uns zu bringen. Innerhalb von 50 Minuten waren wir auf dem Gipfel des Kahlebergs (905 m). Den weiteren Weg kannten wir ebenfalls von früheren Wanderungen. Es ging talwärts nach Rehefeld-Zaunhaus, einer kleinen Siedlung nahe der Grenze zu Tschechien. Man durchquert den Ort und steigt sogleich wieder hinauf zum Hemmschuh (846 m), allerdings nicht bis zum Gipfel, sondern der Weg führt auf halber Höhe am Hang daran entlang bis nach Neurehefeld. Es gibt dort am Hang leider keinen markierten Wanderweg zum Gipfel des Hemmschuh, wenn auch zahlreiche Schneisen dazu einladen, es dort zu probieren. (Warum gibt es dort keinen Abzweig?) Wir sind dort einmal mit Hilfe der Navigation herumgeirrt und schließlich auch zum Gipfel gelangt, aber es war verwirrend. Der markierte Wanderweg führt von Neurehefeld hinauf, aber da waren wir bereits wieder im Tal und wollten nicht noch einmal aufsteigen, zumal es schon heiß wurde und wir wegen der voranschreitenden Zeit Bedenken hatten.
Wir überquerten die Straße Richtung Tschechien und auf der gegenüberliegenden Seite ging der Kammweg weiter auf einem alten, nicht mehr betriebenen Bahndamm. Das ist eine sehr schöne und überwiegend schattige Wegstrecke. Allerdings muss man ein wenig aufpassen, weil immer noch Bahndamm-Schotter dort herumliegt. Zeitweise verläuft die „Blockline“, ein Radfernweg, daneben entlang. Wir kamen vorbei am Sporthotel Rehefeld, wo man übernachten könnte. Auch dort sind wir schon gewesen und sogar noch weiter gewandert: auf der rechten Seite kommt bald eine Wegkreuzung, wo es hinauf nach Neuhermsdorf geht. Auch der Kammweg verlässt dort das Tal und führt ein paar Meter oberhalb am Hang entlang, mit nur geringen Höhenunterschieden. Bis Holzhau war es nun nicht mehr weit. Eine Wanderung von Altenberg nach Holzhau und am gleichen Tag zurück wäre allerdings zu weit und nur etwas für Hartgesottene.
Kurz nach dem Ortseingang von Holzhau wartete noch eine Herausforderung: Der Kammweg führt hinauf zur Steinkuppe (805 m). Es ging stetig bergauf durch den Wald, was bei der Hitze (über 30 Grad) anstrengend wurde. Schließlich hatten wir es geschafft und konnten beim Gipfelkreuz rasten, uns ins Gipfelbuch eintragen und uns einen Stempel holen. Die Steinkuppe hatte uns noch in unserer Sammlung gefehlt. Unterhalb des Gipfels führte ein Weg ins Oberdorf, und unser Hotel war schon ausgeschildert. Erleichtert kamen wir an – kurz vor 14 Uhr! Wir hatten die Strecke überschätzt, aber besser so als umgekehrt.



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen