Freitag, 25. Juni 2021

Krimizeit

Nun habe ich ihn gelesen, den lang ersehnten 10. Band der Reihe um Kommissar Dupin „Bretonische Idylle von Jean-Luc Bannalec. Fast zeitgleich lief mal wieder ein Dupin-Krimi im Fernsehen, den ich mir aber nicht angesehen habe. Ich kann das einfach nicht – ein Versuch vor einigen Wochen dauerte nur kurz an.

Dieses Mal hat mich die Handlung nicht gleich gefesselt wie sonst. Aber ich habe durchaus gern in dem Buch gelesen, stückchenweise, und natürlich habe ich mich gefreut, dem Ermittlerteam um Dupin wieder zu begegnen. Zu meiner Freude geht es mal wieder um eine malerische Insel, was viel Urlaubsflair und – ja – Idylle versprach und auch hielt. Es ist die Belle-Île. Die Schilderungen der Landschaft waren wieder sehr einladend, man möchte sich umgehend an eine der malerischen Buchten beamen lassen. Aber allein die Beschreibungen der Farben: des Landes, der Klippen, der darauf wachsenden Flechten, des Wassers, des Himmels können den Leser augenblicklich glücklich machen. All diese Blautöne, die man sich sofort vorstellen kann, aber deren Differenzierungen ich so noch nie gelesen habe. Und das ist ein echtes Geschenk in Corona-Zeiten!

Im Laufe der Handlung lernt man noch eine weitere Insel kennen: die Île-d’Houat, die auf mich noch idyllischer wirkt als die Belle-Île. Wenn ich jetzt dort spazieren gehen könnte, wäre ich auf der Stelle von sämtlichem Corona-Frust und seinen Nachwirkungen geheilt. Wenn Kommissar Dupin auf einer Insel ermittelt, verspricht das ein Eintauchen in einen Mikrokosmos. Band 2 „Bretonische Brandung“ (es geht um die Glénan-Inseln), sowie Band 5 „Bretonische Flut“ ( handelt von der Île de Sein), waren bisher meine Favoriten. Band 10 finde ich nicht ganz so stark, aber auch sehr gut. Dupin hat seine Schwierigkeiten mit Inseln, denn er mag Fahrten über das Meer ganz und gar nicht. In solchen Fällen unterstützt ihn Goulch, Kapitän der Wasserschutzpolizei. Dupin vertraut sich auf dem Meer nur ihm an. (Wie gerne wäre ich jetzt mit einem Schnellboot auf dem Atlantik unterwegs!)

In der idyllischen Landschaft der Belle-Île muss Dupin einen Mörder finden. Lange hat er keine Spur, dem ersten Mord an einem Inselbewohner folgt ein zweiter. Und etliche Leute hätten ein Motiv… Ich mag es, wenn das Abgründige in Geschichten so selbstverständlich neben dem Schönen ist. Als Dupin endlich eine Spur aufnimmt, wird die Spannung so intensiv, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Dass er den Fall rechtzeitig löst und der Feier seines Dienstjubiläums nichts im Wege steht, war klar. Man kann auch annehmen, dass „Bretonische Idylle“ bald verfilmt wird. Wenn dies dazu beiträgt, dass Dupin weiter ermittelt, soll es so sein.

Buchreihe: Kommissar Dupin

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