Sonntag, 27. Oktober 2019

27.10.19 Wanderung von Yaiza nach Playa Blanca

Heute wollten wir gern wandern gehen - wir waren schon richtig unternehmungslustig und unsere gestrige Tour wurde ja durch den plötzlichen Regen abgekürzt. Man kann auf Lanzarote sehr gut wandern. Den Rother-Wanderführer können wir empfehlen. Unsere heutige Tour steht allerdings nicht darin.

Schon bei unserem Aufenthalt im vorigen Jahr hatten wir die Idee, entweder mit dem Fahrrad nach El Golfo zu fahren oder die Süd-West-Küste entlang zu wandern. Heute waren wir voller Elan und beschlossen, dort zu wandern. Wir nahmen den Bus Nr. 60 von Playa Blanca nach Arrecife. Das ist nicht die Flughafen -Linie, dafür hält der Bus häufiger, so auch an der Haltestelle Rotonda da Hoya am Ortseingang von Yaiza, einem wunderschönen Dorf, das auch einen Besuch wert ist. Man geht ein Stück zurück und folgt der Fahrstraße zu den Salinen de Janubios, die auch bald zu sehen sind. Es gibt Aussichtspunkte oberhalb der Salinen und den schwarzen Strand Playa de Janubios kann man gut zu Fuß erreichen. Das Baden ist dort nicht empfehlenswert - was auf einem mehrsprachigen Schild verkündet wird. Die Brandung ist an der Westküste zu stark und die Wellen sind beeindruckend. Wir haben allerdings einen Surfer im Wasser gesehen. Es war überwiegend bewölkt mit geradezu mystischem Licht, dazu die Brandung und die nahen Feuerberge - einfach toll.

Für das Gehen am Strand sind feste hohe Schuhe empfehlenswert, auch für die folgende Tour. Ich hatte geschlossene Trekkingsandalen an und das war schon grenzwertig - ich bin einmal gestolpert und nicht etwa über einen größeren Stein, sondern einen kleinen, unscheinbaren. Hinter den Salinen führte der Weg aufs Steilufer. Ein schmaler Pfad geht näher am Wasser entlang, wir gingen ihn ein ganzes Stück. Wer dort Fahrrad fahren möchte, braucht ein Mountainbike, denn der Weg ist zeitweise alpin und führt über Lavabrocken hinweg. Es gibt auch Pisten, die einige Meter von der Küste entfernt verlaufen, aber auch dort wäre ein Tourenrad nicht das Richtige. Wir waren froh darüber, diesen Plan verworfen zu haben. Die Wege sind nicht ausgeschildert, man geht dort, wo am wenigsten Lava herumliegt bzw. wo Pisten oder Spuren zu erkennen sind. Das ist aber gut zu sehen und entlang der Küste kann man nicht fehlgehen.

Die Lavagrotten Los Heveridos, wohin die Touristen mit Bussen gefahren werden, befinden sich nördlich von El Golfo, aber auch zwischen Playa Blanca und den Salinen liegen beeindruckende Buchten aus erkalteter Lava, die von der Brandung geformt wurden. Dort waren nur vereinzelt Leute an Aussichtspunkten, und lange Zeit trafen wir niemanden. Es war wunderbar wie anstrengend, denn wir hatten die Tour unterschätzt, es war schwülwarm und wir hatten nicht genügend Getränke mitgenommen. Und es ist eine Gegend, wo es keinerlei Infrastruktur gibt und wo man nichts kaufen kann. Beim Wandern auf Lanzarote sollte man unbedingt an die zwei Liter Wasser dabei haben! Wir hatten noch Glück, weil nicht durchweg die Sonne schien - dann wäre es sehr unangenehm gewesen. Kurz vor der Punta Gines, einem Aussichtspunkt der südwestlichen Küste, befindet sich die Ruine von einem Hotelbau. Da wollte wohl jemand ein großes Hotel in diese einsame Gegend bauen. Offenbar war der Plan zum Scheitern verurteilt. Von dort aus sahen wir endlich den Leuchtturm Faro de Pechiguera und Playa Blanca. Bis dorthin hatten wir noch ein Stück zu gehen und vom Leuchtturm aus waren es noch sechs Kilometer bis zum Hotel - allerdings bequem zu gehen an der Uferpromenade.

Zum Glück konnten wir in einem Geschäft am Strand Getränke kaufen und das gab uns den nötigen Energiekick für den restlichen Weg. Etwas mehr als 22 Kilometer haben wir zurückgelegt. Es war eine beeindruckende Tour, die wir so bald nicht vergessen werden. Wir haben ganz viel von der typischen Landschaft der Insel gesehen. Sieben Stunden sind wir unterwegs gewesen.

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